Halbtransparente Gradienten (Fertigung & Download)

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Artgenossa
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Halbtransparente Gradienten (Fertigung & Download)

Beitragvon Artgenossa » Do Dez 19, 2013 9:19 am

Hallo,

das Farbverlaufs-tool in Artweaver unterstütz zwar auch Verläufe von Farbe nach "Voll-transparenz" **; jedoch fand ich inzwischen auch noch einen weiteren Weg, über welchen nebst linearen Verläufen auch nicht-lineare Verläufe absolut gleichmäßig und ebenfalls von beliebiger Farbe nach volltransparenter "Farbe" erstellt werden können. Ich nenne solche Verläufe (Gradienten) mal "halbtransparente Farbverläufe", und will deren Herstellung hier ganz kurz erläutern.

** Hier hatte ich ursprünglich geschrieben, dass das Farbverlaufs-tool keine Transparenz und somit auch keine halbtransparenten Verläufe unterstützen würde. Inzwischen habe ich (von Boris) erfahren, dass das Verlaufswerkzeug eine ganz eigene Farbvorauswahl hat und deshalb sehr wohl auch die Erstellung halbtransparenter Verläufe unterstützt (Werzeugpalette > Farbverlaufs-werkzeug > Verlauf bearbeiten > Deckkraft wählen)

Im Prinzip geht es nur darum, den Verlauf quasi "von Hand" zu malen und währenddessen alle Ursachen eines eher unregelmäßigen Farbauftrages gleich von vorneherein auszuschalten. Einen gleichmäßigen Farbverlauf malt man also nicht wirklich "frei Hand" sondern mit Arweavers Linien-malwerkzeug (d. h im Modus "Gerade Malstriche") und einem linierten Hintergrund, dessen Linien alle denselben Abstand zueinander haben - zum Beispiel den Abstand 35 px (kann ganz frei gewählt werden). Gemalt wird auf transparenter Ebene über weißer Hintergrundebene, denn wenn man mit der gewünschten Farbe auf transparenter Ebene malt, ist der transparente Anteil des Verlaufes schon gegeben. Letztlich hat man also nur noch mit einer einzigen Farbe zu malen. Die Lineatur im Hintergrund garantiert, dass man alle "Bildzeilen" des Verlaufes in gleichbleibendem Abstand zieht. Lediglich die Deckkraft des Pinselstriches wird dabei von Zeile zu Zeile um ein oder zwei Stufen zurückgenommen.

Auf diese Art und Weise erhält man einen schon fast ganz homogenen Farbverlauf, der dann mithilfe zweier weiterer Filter (Korneffekt und Weichzeichnung) auch noch auf absolute Homogenität getrimmt werden kann. Besser macht es auch ein Farbverlaufs-werkzeug NICHT! - (jedenfalls nicht im Rahmen dessen, was in einem Farbraum mit der Farbtiefe von nur 8 bit pro Kanal überhaupt erreicht werden kann).



Der linierte Hintergrund ist in Artweaver ganz leicht mit dem Strukturfilter "Liniertes Papier" (Filter > Strukturfilter > Liniertes Papier) herzustellen. In Standareinstellung erzeugt dieser Filter nur karierte Hintergründe, aber mit ein paar wenigen Angaben zu Linienienart, Zeilenabstand und Linien-dicke erzeugt man damit auch sehr schnell eine ganz gewöhnlich "Schreiblineatur", also nur horizontal verlaufende Linien mit ganz bestimmtem Abstand. Sogar die Linienfarbe könnte man sich da noch aussuchen, aber für unsere Zwecke spielt diese Farbe keine besondere Rolle, weil die Lineatur nach Fertigstellung des Gradienten ohnehin wieder entfernt wird.



Nachstende Abbildung zeigt den geöffneten Strukturfilter "Liniertes Papier" und gibt Ihnen auch nochmals einen besonderen Hinweis auf das erwähnte Linien-malwerkzeug:

Linien-malwerkzeug und LiniertesPapier-Filter.PNG
Abb. 1 - Für eine genauere Betrachtung bitte kurz auf das Bild klicken (linke MT) und ggf. zoomen!


Der Filterdialog ist absolut "idiotensicher": Wenn Sie für den Abstand der vertikalen Linien "200" eingegeben haben, brauchen Sie die Linienart noch nicht mal von "Kästchen" auf "Horizontale Linien" umszustellen, denn es werden dann trotzdem horizontale Linien mit eben jenem Abstand generiert, welcher in der Eingabemaske für "Vertikaler Abstand" eingetragen ist. Wenn sie jedoch gleich die Linienart "Horizontale Linien" wählen, wird der Eintrag unter "Horizontaler Abstand" ganz automatisch ignoriert. Wie Sie's machen ist da also fast Gehupft wie Gesprungen - absolut sachdienlich gerät die Lineatur jedoch nur im Modus "Horizontale Linien", denn vertikal verlaufende Linien brauch sie dazu überhaupt nicht.

Der Linienabstand, hingegen, hängt letzlich nur davon ab, wie "weitläufig" Ihr Gradient werden soll, aber zum Kennenlernen der Methode wählen sie einfach mal diese 35 px für den vertikalen Linienabstand. Wenn Sie ihren ersten halbtransparenten Gradienten erstellt und das Verfahren begriffen haben, können sie ja noch weitere (andere) Gradienten vorproduzieren. Um das Vorproduzieren werden Sie ohnehin nicht ganz herumkommen, denn wie genau das Resultat gelingt hängt noch von so vielen weiteren Pinseleinstellungen ab (von Größe, Abstand und Deckkraft des Pinsels), dass in dieser Hinsicht kaum besonders "gezielt" vorgegangen werden kann. Erst nach dem ersten Ergebnis können Sie entscheiden, ob der Gradient nun etwa zu kurz oder vielleicht zu hell / zu dunkel geraten ist, aber irgendwann brauchen sie den eventuell zu kurz oder zu weit geratenen Gradienten sowieso, also speichern Sie diesen zur Aufbewahrung und Verwendung auf Abruf in einem gesonderten Ordner, und erstellen mit nur leicht veränderten Vorgaben den nächsten Gradienten. Auf diese Art schaffen Sie sich mit der Zeit auch gleich einen ganzen Vorrat vieler verschiedener Gradienten - zuletzt auch solche, die man mit einem gewöhnlichen Verlaufswerkzeug sowieso nicht herstellen könnte, nämlich "nichtlineare" und völlig amorphe Farbverläufe. Laufweite und "Dichte" (Deckkraft) können im übrigen auch noch nach der Fertigstellung verändert werden - ohnehin unterscheidet man deshalb auch nur zwischen linearem und nicht-linearem Farbverlauf (also nicht auch noch zwischem weitem und kurzem Verlauf) - aber zu diesem Thema komme ich erst noch am Ende meiner Ausführungen.



"Von Zeile zu Zeile ..."

Für den zweiten Arbeitsschritt wählen sie eine Pinselgröße, die den Zeilenabstand (35 px) um mindestens das dreifache übertrifft, also etwa 110 oder besser 130 bis 140 px, denn die auf den Zeilen zu ziehenden Pinselstriche müssen sich gegenseitig sehr großzügig überlagern, um diese Zeilenstruktur auch mit möglichst großem Erfolg "vertuschen" zu können - ein zeilenartiger Aufbau darf hinterher nicht mehr erkennbar sein! Es dürfen daher auch keine solchen Pinsel verwendet werden, die einen zu harten Rand aufweisen - am besten sind dementsprechend konzipierte (runde) Bildteile mit sehr weichem Rand, die Pinselart "Kreisförmig" in Verbindung mit einem weichen Profil (aber auch nicht zu weich, mit zu punktförmigem Kern), oder "Airbrush" / "Pixel-airbrush" in Verbindung mit dem Profil "Weiches Profil". Letzteres wäre ganz ehrlich gesagt die allerbeste Wahl, jedoch keine Option in AW Free, denn dort ist meines Wissens nach kein "Weiches Profil" enthalten. Alternativ dazu geht auch, wie schon erwähnt ein entsprechendes Bildteil - zum Beispiel dasjenige, welches ich schon mal in dem Topic "Tut-anch-amun / Farbe vertreiben ..." zum Download angeboten habe.

download/file.php?id=629 (= Vertreiber L-03 Gr150).

Einen ähnlichen Pinsel - für diesen speziellen Zweck (vielleicht) noch etwas besser geeignet - lade ich am Ende dieses Beitrages hoch. Es geht aber im wesentlichen nur darum, beim Pinseln keine linienartigen Artefakte zu erzeugen, die aus der fertigen Aneinanderreihung aller "Zeilen" noch erkennbar hervorstechen könnten.

Man beginnt daher am besten mit der dunkleren Seite des Verlaufes, also mit den Pinselstrichen der höchsten Deckkraft (etwa 60 oder 70 %) und reduziert diese Pinseldeckkraft dann von Zeile zu Zeile um je zwei oder drei Einheiten. Im dunklen Bereich erkennen sie eventuell störende Artefakte nämlich noch mit am ehesten, also noch rechtzeitig und nicht erst nachdem Sie die halbe Arbeit schon hinter sich haben. Gezogen wird genau auf Zeile von Rechts nach links oder von Links nach Rechts. Mein Tipp außerdem: Für die Abstufung der Deckkraft von Zeile zu Zeile nur zwei Einheiten zu wählen, geht letztlich schneller und einfacher, weil man dafür nur einmal in die Schiene des Schiebereglers zu klicken braucht (ein kurzer Klick in die Schiene bewirkt immer eine Betragsänderung von genau zwei Einheiten). Nur eine einzige oder gleich drei Stufen dieser Reduzierung müßten sie hingegen schon per Tastatur in die Eingabemaske tippen, was über alle Zeilen hinweg schon ziemlich nerven kann und eigentlich bloß Zeit raubt, denn wie schon erwähnt, lassen sich Dichte und Laufweite des Gradienten auch noch nachträglich leicht abändern. Sie sollten daher also auch gar nicht erst Versuchen, den Gradienten mittels anderer Abstufung der Pinseldeckkraft zu beeinflussen, denn dasselbe geht über einen anderen Zeilenabstand oder die nachträgliche Bearbeitung schon viel leichter und besser.

Sie beginnen also in oberster Zeile mit der Deckkraft 60 (55 od. 50) und reduzieren sie für die nächste Zeile auf 58, dann auf 56 und für jede weitere Zeile genau um zwei weitere Einheiten bis runter auf fast Null - je nach dem, wie gut sich Ihr Pinselstrich dann noch erkennen läßt. Wenn Sie schon bei Deckkraft 10 damit aufhören müssen, macht das überhaupt gar nichts, denn das Werk läßt sich diesbezüglich ja auch noch ganz insgesamt über die Ebenendeckkraft runterregeln. Da man für diesen regelmäßigen Abstieg von Deckkraft 60 bis runter auf 10 rund 25 oder 26 Zeilen, bzw. "Schritte" benötigt, sollte das Dokument mindestens 1000 x 1000 px groß sein - ein bisschen größer, wenn der Gradient gleich von 10 bis 70 oder 80 reichen sollte. Mehr als 80% benötigen Sie aber auf gar keinen Fall, denn nach Fertigstellung können sie den Gradienten mitsamt der Ebene ja auch duplizieren, also verdoppeln - zweimal 80% sind aber schon 160%, doch mehr als 100% Deckung geht ja sowieso nicht, also wären Sie auch schon mit nur 60% überreichlich gut bedient!


Die nächste Abbildung zeigt Ihnen mal eine Umsetzung des bislang erklärten Vorganges, welcher Sie auch schon viel leichter entnehmen können, wie das ganze (zunächst) aussehen sollte. Gleich darunter sehen Sie das Ergebnis nach einem weiteren Arbeitsschritt (Filteranwendung "Korneffekt") und ganz rechts im Bild das fertige (ausgeschnittene) Ergebnis - alle drei vor einem Sechstett aus Artweavers Datei-ikons montiert, damit Sie die Transparenz auch gut erkennen können:

Pinselzeilen vor Hintergrundebene.png
Abb. 2 - Für eine genauere Betrachtung bitte kurz auf das Bild klicken (linke MT) und ggf. zoomen!


Die kleinen roten Punkte am Zeilenanfang jeder zweiten Zeile habe ich nur deshalb hingemacht, damit ich mich während des Zeilenwechsels, der ja wegen Deckkraftänderung jedesmal kurz aus den Augen gelassen werden muß, nicht im Zeilensprung vertue. Die Gefahr, sich in der Zeile zu verirren, ist zwar gerade mit diesem Pinsel (Kreisförmig - Profil: "Weiches Profil") und dieser Farbe (Schwarz) äußerst gering, aber besser ist eben, man gewöhnt sich diese Hilfsmaßnahme gleich ganz grundsätzlich an, denn wenn man sich unter Verwendung eines schwierigeren Pinselprofils und hellerer Farbe dann doch mal vertut und in dem Hick-hack womöglich auch noch vergißt, ob man die Deckkraft nun schon geändert hat oder nicht, ist die Verwirrung nur noch umso größer und der Worklow jäh abgerissen. Zu bedenken gilt ja auch, dass mit dieser Methode geradezu beliebig große Farbverläufe erstellt werden können - mit den 26 oder 28 Zeilen erstelle ich Ihnen ja lediglich eine "Demo" (ein Beispiel im Kleinen). Für Malereien im größeren Stil, kann man es also auch durchaus mal mit 50 oder 60 Zeilen zu tun bekommen, und sich dort zu verhaspeln ist dann gleich noch tragischer, weil es meist erst kurz vor Schluß passiert, wo der Verlauf schon extrem hell, bzw. "dünn" wird. Eben dort ist dann nur noch sehr schwer zu erkennen, in welcher Zeile der letzte Strich gezogen worden ist.

Der eine kurze Strich ganz oben (links) soll Ihnen lediglich ein besseres Bild davon vermitteln, wie der Pinselstrich in Alleinstellung aussieht.


Pinselzeilen vor Hintergrundebene (ausgeschnitten + montiert).png
Abb. 3 - Für eine genauere Betrachtung bitte kurz auf das Bild klicken (linke MT) und ggf. zoomen!



Auf der Montage (unteres Bild) sehen Sie natürlich nur noch Ausschnitte aus dem noch in Arbeit befindlichen oberen Dokument. Nachdem alle Zeilen bis zur untersten (in Abb. 2 die vor-vorletzte aller Zeilen) überpinselt worden sind, wird die gesamte (transparente) Ebene mit dem Effektfilter "Korneffekt" bearbeitet (Stärke etwa 35 - 40) und gleich im Anschluß daran etwas weichgezeichnet mit dem Effektfilter "Stark weichzeichnen", der im Vergleich zu den Möglichkeiten des "Gauss'schen Weichzeichners nicht wirklich "stark" weichzeichnet, sondern gerade richtig für diesen Zweck. Dieser Vorgang sollte allerdings auch noch zweimal wiederholt werden, also mit einer nochmaligen Streuung (Korneffekt - Stärke 75 - 100!) - nochmals "stark weichzeichnen" und zuletzt nocheinmal den Korneffekt mit eher geringer Stärke (etwa 20 - 25). Danach ist der Gradient dann auch wirklich "arsch-glatt" und kann von da an direkt als Füllmaterial für beliebige Auswahlen verwendet werden. Wie also schon angedeutet: Machen Sie sich diese Mühe nicht mit jedem neuen Werk auf's neue, sondern heben Sie dieselbe sorgfältig auf, denn sie kann noch in manigfaltiger Weise angepaßt und sogar umgefärbt werden. Wenn sie alle Gradienten in Schwarz oder Weiß anlegen, reicht das vollauf - wie man sie nach Rot, Blau oder Grün umfärbt erklär ich Ihnen nämlich ebenfalls noch. Sie müssen das Prozedere NICHT für jede andere Farbe wiederholen!

Kritische Kritik am Ergebnis: Über den letzten Rest an geringer Körnigkeit in diesem Gradienten darf man sich wirklich nicht mehr beklagen, denn diese würde zwar noch verschwinden, wenn man das ganz noch stärker weichzeichnet, aber dann würde auch schon wieder eine Bänderung sichtbar werden, die einfach der in Artweaver eingeschränkten Farbtiefe (8 Bit pro Kanal = 256 Graustufen) geschuldet ist. "Noch glatter" geht also so oder so NICHT - wer das Korn ganz weghaben wollte, müßte eine Bänderung inkaufnehmen. Das bisschen Korn halte ich persönlich aber auch für die weitaus bessere Wahl, denn so paßt sich der Gradient immer auch aller übrigen Pinselei perfekt an, und erscheint so nicht gleich wie ein maltechnisches Fremdobjekt in digitaler Malerei. Bei der Nachbearbeitung von Fotografien ist das ja vielleicht nochmal was anderes, aber in die pixelige Pinselei fügt sich ganz sicherlich ein leicht körniger Gradient viel besser!




Mit welchem Pinsel?

Das hiesige Beispiel wurde mit dem Pinsel "Kreisförmig" / Profil = "Weiches Profil" und mit einem Pinselabstand von 25 ertellt (Deckkraft = 56, 54, 52 ...). Wenn Sie nun bloß Artweaver Free installiert haben und keinen vergleichbaren Pinsel auftreiben können, brauchen Sie sich trotzdem nicht gleich verrückt machen, denn zum einen geht dasselbe auch mit Pixel Airbrush oder Airbrush wirklich gut - mit diesem können Sie nebst Deckkraft sogar zugleich noch schrittweise die "Menge" zurückstufen (ergibt noch kürzere Gradienten), und zum Anderen lade ich nun gleich noch einen bestens geeigneten Pinsel hier hoch. Außerdem gibt's zum Schluß auch noch genau diesen Gradienten zum Download - sogar noch weitaus schwierigere (nicht-linear) und schier ganz unglaubliche Gradienten (komplex-amorph). Letztere werd' ich allerdings nur noch teilweise auf Artweaver erstellen, denn gerade die sind dann mit ein paar manipulierten Filtern aus der Filterschmiede "FilterForge" doch schon erheblich leichter und weniger umständlich herzustellen, also vor allem in größerer Zahl oder Vielfalt bereits sehr viel einfacher und in deutlich kürzerer Zeit anzufertigen. Grundsätzlich kann aber wirklich jeder nur erdenkliche Gradient auch allein in AW hergestellt werden - Beispiele mit Erläuterung dafür folgen noch.

Noch ein wertvoller Tipp in diesem Zusammenhang: FilterForge (Pro-version!) ist mit sehr großem Abstand zu allen sonstigen Plug-in-filtern das vielseitigste und mächtigste Filterwerkzeug (als Plug-in oder in der Stand-alone-anwendung) auf dem Markt, und außerdem kompatible zu AW-Plus 4.0 **. Die Pro-version ist zwar nicht ganz billig, aber da sie mittlerweile schon über 9800 (!) verschiedene Struktur- und Effektfilter von allerbester (Abbildungs-) Qualität bereitstellt, und sogar alle möglichen Werkzeuge (bzw. Komponenten) zur Umarbeitung oder Anfertigung ganz eigener Filter mitliefert, rentiert sich die Investition ganz unbedingt. Der Verkaufspreis schwankt ziemlich stark, aber wenn Sie einen guten Zeitpunkt abwarten, bekommen Sie die Vollversion (Pro) auch schon für um die 180,- Euro und haben dann in der Kombination mit Artweaver wirklich einen beinahe ganz vollwertigen "Photoshop-ersatz". Zumindest über die Stand-alone-anwendung hätten Sie mit FilterForge auch ganz uneingeschränkten Zugang zur Bildberabeitung im Farbraum der Farbtiefe 16 bit pro Kanal (R, G, B und Alpha!). Lediglich diese hohe Farbtiefe kann nicht auch von AW adaptiert werden - für eine Adaption der Filterergebnisse muß die "überschüssige" Farbtiefe wieder gekappt werden (Farbtiefe 24 od. 32bit = 8 bit pro Kanal - mit od. ohne Alphakanal), aber um ein vielfaches "mächtiger" als ganz ohne FilterForge ist AW dann immernoch und allemal. Sogar drei oder vier verschiedene Pinselgeneratoren (für die Generierung von Bildteilen) vom allerfeinsten sind schon fester Bestandteil der Filter-bibliothek ("Library"). Außerdem verfolgen die Hersteller eine merkwürdig angenehme Preispolitik (im Gegensatz zu Adobe!): Wenn Sie nur einmal die Vollversion gekauft haben, kriegen Sie alle späteren Upgrades schon fast "nachgeschmissen" - selbst ein Life-time-upgrade (einmal Upgrade für immer!) kostet nur unwesentlich mehr als das normale Upgrade oder die erste Vollversion. Und wirklich: 9900 (hochwertige!) Filter wären selbst für 200,- oder 250,- Euro schon so gut wie "geschenkt" (von Redfield oder ImageSkill - ebenfalls recht gute Filter-marken - kriegen Sie für dasselbe Geld gerade mal 5 bis maximal 8 verschiedene Filter), und hierbei sprechen wir auch nicht etwa nur von Filtereinstellungen (Presets), sondern von wirklich allerhöchst verschiedenen Filtern mit je größtmöglicher Variabilität - dafür ist die Zahl "9900" eigentlich schon gar kein adäquater Ausdruck mehr - die Möglichkeiten sinnfälliger Bildmanipulation oder Strukturgenerierung geht da eher in die Million(en). Wegen des hohen Preises für ein "Plug-in" habe ich selbst anfänglich lange gezögert mit dem Kauf, aber ihn dann auch niemehr oder auch für nur zwei Sekunden bereut - ganz im Gegenteil: Ich bin wegen der ganz unglaublichen Möglichkeiten dieses "Tools" noch immer und immer wieder auf's Neue "voll von den Socken"! Das ganze Potential dieser extrem vielseitigen "Filter-fabrik" begreift der Anfänger erst mit dem fleißigen Gebrauch und nur ganz allmählich - insofern kann es durchaus einige Monate dauern, bis man sich der hohen Rentabilität dieser Anschaffung absolut sicher ist.

Das Geheimnis des so großen Erfolges von Filter Forge liegt wohl ganz zweifellos darin, dass die Hersteller lediglich eine eher geringe Anzahl besonders leistungsfähiger Filterkomponenten und die Plattform zu deren einfacher Kombination bereitgestellt haben, während ihr "Zusammenbau" hauptsächlich von einer schnell angewachsenen "Anwendergemeinschaft" (Comunity) besorgt worden ist, also für "ganz ohne Lohn". Das erklärt schließlich das so überreichliche Filterangebot bei zugleich so unglaublich niedrigem Preis. Jeden Monat kommen so fast 30 neue Filter (-erfindungen) hinzu, und zwar ganz umsonst! Schon mit einer Lizenz für die Standard-version (rd. 80,- Euro während zeitlich begrenzter Aktion) kann man jederzeit auf alle neuen und alten Filterkreationen zurückgreifen (Download) und auch jeden Filter ganz nach Belieben umbauen. Einzig nennenswerte Einschränkung ist dort das maximal große Ausgabeformat von 3000 x 3000 pixel (in der Pro-version uneingeschränkt), und die geringere Farbtiefe (24 bit statt 32 bit). Das gesamte Filterangebot (derzeit) überschauen sie hier: http://www.filterforge.com/filters/

** Nagelt mich aber bitte nicht fest auf diese Aussage: Das Plug-in FilterForge (Free-version) war kompatibel mit AW v3.0 - allerdings gab es AW v3.0 nur in der Win7-32bit-version. Da ich inwischen auf die AW-64bit-version umgestiegen bin, kann ich die Kompatibilität zur 4.0-32bit-version nicht mehr überprüfen oder bezeugen. Sicher ist nur, das FilterForge auf AW 3.0 gelaufen ist.




Und hier erst mal der versprochene Pinsel aus meiner eigenen kleinen "Werkstatt":


Schatten L-27 dunkel-weich.zip
Zwei Schattierungs-pinsel im Pbv-format (= alle Pinselvoreinstellungen, inkl. Bildteile)
(73.17 KiB) 280-mal heruntergeladen


Das "packed-brush-variants-format" enthält nebst allen erforderlichen Pinselvoreinstellungen und Bildteilen auch Informationen über die Kategorie (Ordner) unter der sie abgelegt worden sind. Das heißt, mit Installation, bzw. der Importierung dieser Pinsel, legt ihre AW-Installation auch gleich eine neue Pinselkategorie an. Ich hab' diese Kategorie "Schattierung + Frottage" genannt, weil ich unter derselben Kategorie auch Pinsel für das Frottieren abgelegt habe. Die Pinsel finden Sie also nach Installation in einer Kategorie mit Namen "Schattierung + Frottage" (Frottieren nennt man das Einreiben von Papier oder Leinwand, nachdem sie über einem Flachrelief abgelegt worden sind - durch das Einreiben mit dunklen Farben in Blockform zeichnet sich auf ihrer Oberfläche die Struktur des Reliefs ab - insofern ist diese Technik dem Schattieren sehr ähnlich. Umgekehrt können sie mit den Schattierungspinseln daher auch sehr gut ihre geladenen Papierstrukturen sichtbar machen, denn ihr Abstrich besitzt so gut wie überhaupt keine Eigenstruktur und gerät auch sonst ganz besonders "weich").


Noch ein besonderer Tipp zum "Schattieren" mit Bildteilen:

Wie stark ein Pinsel Farbe aufträgt, hängt auch sehr davon ab, wie der Untergrund beschaffen ist. Im Gegensatz zu Airbrush-pinseln reagieren Bildteile unter Umständen ganz sensibel auf die ausgewählte Papierstruktur - vor allem auf dessen "Rauhigkeit", die in AW per Helligkeit und Kontrast gesteuert werden kann. Dazu muß aber auch die Malkategorie "Struktur-weich" ausgewählt sein. Wenn Sie dann die Helligkeit der Papierstruktur stark runterregeln, ist auch der Farbauftrag stark herabgesetzt. Beachten Sie unterdessen auch den Wert für die "Körnigkeit" des Pinselauftrages - diese beiden Parameter arbeiten eng zusammen. So gelingen Ihnen schließlich auch ganz besonders zarte (weiche und lichte) Schattierungen. Wählen Sie für diesen Zweck auch eine möglichst "strukturarme" Struktur, also eine möglichst gleichmäßig und feinkörnig beschaffene Oberfläche ohne großartige Musterung oder starken Kontrast.


Im nächsten Beitrag zeige ich Ihnen noch, wie die halbtransparenten Farbverläufe umgefärbt und auch bezüglich ihrer Dichte und Laufweite umgeändert werden können. Ferner stell ich Ihnen dort auch ein Verfahren zur Fertigung nicht-linearer und ganz irregulärer Verläufe vor - "halbtransparent" natürlich.






Liebe Grüße, Artgenossa
Zuletzt geändert von Artgenossa am Mi Jan 08, 2014 12:03 am, insgesamt 8-mal geändert.

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Re: Halbtransparente Gradienten (Fertigung & Download)

Beitragvon Artgenossa » So Dez 22, 2013 10:40 am

Umänderungen

Wie Sie einen Verlauf umfärben und / oder im Hinblick auf seine Dichte und Laufweite verändern können, will ich Ihnen am Beispiel des im vorigen Beitrag erstellten Gradienten (schwarz) veranschaulichen:


Umänderung von Gradienten.png
Abb. 1 - Für eine genauer Ansicht bitte kurz anklicken und zoomen!



Von links nach rechts:

1. Das unveränderte Original aus dem vorangegangenen Beitrag

2. Eine Kopie davon auf Ebene mit verringerter Deckkraft (Ebene mit dem Original duplizieren, zur Seite rücken und Deckkraft herabsetzen)

3. Eine Kopie vom Original ausgewählt (Werkzeugpalette > Auswahlrechteck), ausgeschnitten (Hauptmenü > Bearbeiten > Ausschneiden), wieder eingefügt (Hauptmenü > Bearbeiten > Einfügen) und zuletzt frei transformiert (Hauptmenü > Ebenen > Frei transformieren - per Seitenanfasser in vertikaler Richtung in die Länge ziehen).

4. Ein Farbnegativ vom Original (Hauptmenü > Bild > Einstellen > Umkehren)

5. Umfärbung des umgekehrten (weissen) Originals (Hauptmenü > Bild > Einstellen > Kanalmixer > günen und blauen Kanal auf Null setzen - funktioniert erst wenn der Gradient weiss gemacht worden ist!). In der Abbildung ist dieser Gradient (rot) auch noch gestaucht, also in vertikaler Richtung verkürzt worden.


Grundsätzlich kann mittels Kanalmixer auch ein schwarzer (halbtransparenter) Verlauf umgefärbt werden (über den Schieberegler "Konstante" zu regeln). Die genaue Funktionsweise des Kanalmixers ist allerdings nur sehr umständlich in Worte zu fassen. Damit müssen Sie einfach mal etwas experimentieren, um noch etwas genauer zu verstehen, wie er auf die verschiedene Farben eines Originals einwirkt. Wenn der Gradient überhaupt erst mal eine bunte Farbe hat, kann er ab da auch mit der Funktion "Farbton / Sättigung" weiterbearbeitet werden - letzteres funktioniert nur solange nicht, wie der Verlauf noch Schwarz, Grau oder Weiss ist.

Und Achtung - wenn Ihre Versuche mit dem Kanalmixer keine Wirkung zeigen, dann haben Sie vermutlich noch nicht die richtige Ebene ausgewählt. Vergewissern Sie sich also, dass auch genau diejenige Ebene ausgewählt ist, auf der sich das zu färbende Objekt befindet - der Filter wirkt nicht "global" auf alle Ebenen des Dokumentes ein, sondern nur auf EINE, ausgewählte Ebene.








Nicht-lineare Gradienten - halbtransparent!


Ein linearer Gradient (lat.: gradus / gradiens = Stufe / Steigung) steigt zwischen Start- und Endpunkt linear-gleichmäßig an, was deshalb mathematisch auch durch ein ganz einfaches Steigungsdreieck (zum Bsp. von hell nach dunkel) dargestellt werden könnte. Der Anstieg eines nicht-linearen Gradienten, verläuft dementsprechend nicht geradlinig-gleichförmig, sondern vielmehr "zunehmends", bzw. abnehmend (wennauch "stetig"), so dass der An- oder Abstieg (zw. Start- und Endpunkt) nur vermittels einer Kurve dargestellt werden kann.

Innerhalb eines gewöhnlichen "Kreisgradienten" ist dieser Anstieg "linear", sofern man diesem nur entlang einer Linie durch den Mittelpunkt folgt, aber "nicht-linear", wenn eine solche Linie NICHT durch den Mittelpunkt verläuft. Der An- oder Abstieg gleicht dann vielmehr einer Kurve, wie man sie als Profilkurve eines zur Basis senkrecht verlaufenden Kegelschnittes kennt (Hyperbel). Der sogenannte Kreisgradient ist deshalb nicht ganz automatisch dasselbe, wie ein "nicht-linearer Gradient", denn es gibt auch "Kreisgradienten", deren Hell-dunkel-verlauf (von Umfanglinie bis Mittelpunkt<) nicht linear ist. Das macht die Verständigung über "nicht-lineare (Kreis-) Gradienten" etwas problematisch. Deshalb zunächst mal ein Bild dazu:


Nichtlineare Kreisgradienten.png
Abb. 2 - Für eine genauer Ansicht bitte kurz anklicken und zoomen!



Ganz rechts im Bild sehen Sie die zugehörigen Steigungsdiagramme: Dem Anstieg von links nach rechts im Diagramm entspricht jeweils eine Schwärzung (Anstieg der Deckkkraft) von Aussen nach Innen im Kreis.

Die zwei schmalen Rechtecke mit angedeuteter Laufrichtung (im Kreis links oben), markieren zwei verschiedene Verlaufsarten - nur dem Schnitt durch die Kreismitte entspricht ein linearer Hell-dunkel-verlauf. In allen vier Fällen kann man sich die Steigungsdiagramme wie die halben Profilschnitte von Drehkörper vorstellen - die Kreise dementsprechend wie die Ansicht von kegel-artigen Körpern in der Draufsicht. Insofern entspräche dem ersten der vier Kreise (links-oben im Bild) ein gewöhnlicher Kegel mit "Kegelschnitten" - die Spitze ist schwarz, und seine Basis ist weiß, bzw. voll-transparent.



Trick 17

Verläufe wie diejenigen eines "Kegels" und sogar einen spiralförmigen Verlauf, kann man auch in Artweaver mit dem Verlaufswerkzeug schnell herstellen. Die Frage ist nur, wie man den auch IN ARTWEAVER nur zur Hälfte transparent macht, denn Transparenz läßt sich dort nicht schon einer der zwei infragekommenden Verlaufsfarben zuweisen. Artweaver unterstützt zwar (Ebenen-) Transparenz, aber nicht der Farbwähler. Ergo:

Für einen halbtransparenten Verlauf muß man in Artweaver gewissermaßen die Ebenentransparenz verwenden, und das heißt, dass aus einem Schwarzweiß-verlauf ein Bildteil hergestellt werden muß, denn für genau das wandelt Artweaver alles Reiweiß in Transparenz um, während Schwarz einfach ganz schwarz bleibt. Das ist zwar einerseits ein bisschen umständlich - genauer: "umwegig" - hat aber auch gewisse Vorteile, denn über die Pinselfunktion läßt sich das Bildteil, bzw. der Verlauf auch sehr leicht korrekt platzieren, instantan umfärben und skalieren, wenn auch letzteres nur bis zu einem bestimmten Grade. Richtig "groß" bekommt man das Bildteil schließlich (nur) über die ganz normale Bildvergrößerungs-funktion - dann aber auch schon bis zu 24.999 x 24.999 px groß (= max. Leinwandgröße in AW Plus). Während starker Vergrößerg pixelt das Bildteil zwar etwas auf, aber mittels "Korneffekt-filter" und Weichzeichner kriegt man den solchermaßen stark geweiteten Gradienten auch wieder aalglatt (d. h. "stetig" und frei von Bänderung), und natürlich machen Sie sich auch diese Arbeit nicht immer wieder auf's Neue, sondern nur einmal und auf Vorrat.

Die Bildteile brauchen Sie sich übrigens auch nicht unbedingt selbst zusammenbasteln, denn auch diese drei (Kegel, Winkel und Spirale) werde ich nebst "Kegelschatten" und weiteren Typen demnächst hier hochladen, also zum bequemen Download anbieten.


Nachstehende Abbildung zeigt Ihnen nochmal vier verschiedene Ergebnisse, die nach genau diesem Verfahren erstellt worden sind:


(Abbildung und weitere Erläuterungen folgen umgehend!)




Nachtrag:

Boris hat mich inzwischen eines Besseren belehrt: Mit dem Farbverlaufstool ist durchaus auch ein halbtransparenter Verlauf zu realisieren, denn im Gegensatz zum gewöhnlichen Farbwähler, kann mit der Farbvorauswahl der Verlauf-bearbeitungs-funktion auch die Deckkraft einer Farbe bis auf Null runtergeregelt werden!

Damit derart halbtransparente Gradienten jedoch auch genau so gelingen, wie in meinen Abbildungen dargestellt, dürfen nicht zwei verschiedene Farben gewählt worden sein - etwa Schwarz und (volltransparentes) Weiß - sondern sowohl für die deckende, wie auch die volltransparente Seite des Verlaufes immer nur ein und dieselbe Farbe. Wenn man nämlich für die volltransparente Seite etwa Weiss gewählt hätte (und Schwarz für die volldeckende Seite), dann würde sich auf halber Strecke des Verlaufes ein halbtransparentes "Mittelgrau" mit untermischen. Vor ein- oder mehrfarbigen Hintergründen, würde sich das unschön bemerkbar machen.




Grüße, Artgenossa


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