Formen für die Outline-reinzeichnung im Comic-style

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Artgenossa
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Formen für die Outline-reinzeichnung im Comic-style

Beitragvon Artgenossa » Mi Dez 11, 2013 9:58 am

"Der perfekte Bogen"

Schon vor einigen Wochen hat mir Boris auf Anfrage ein neues AW-tool zukommen lassen, dass sich wohl noch in der Entwicklungsphase befand / befindet - den (Prototypen eines) "Shape Generator" (ShapeGen.exe). Mit diesem ist es möglich, auch solche Formen für AW aufzubereiten, die Vektorpfade, bzw. Bezier-kurven enthalten.

Dasselbe Tool ist mittlerweile nochmal etwas verbessert worden und hier erhältlich: http://www.artweaver.de/de/help/121

Die Kurzbeschreibung ist allerdings auch für dieses Tool etwas mißverständlich, denn sie klingt in etwa so, als ob damit Formen erstellt werden könnten. Das geht jedoch nicht - das Tool vermag lediglich bereits erstellte Formen im Vektorformat "SVG" in das AW-eigene .ash-format umzuschreiben, sodaß diese Formen (nach geringfügiger Umarbeitung in beispielsweise "Inkscape") auch von AW gelesen und geladen werden können.


Inzwischen habe ich damit einen Satz "Kurven" in das artweaver-spezifische .ash-format konvertiert, welche sich besonders für die Reinzeichnung der Outlines von Zeichnungen im Comic-style eignen. Dieser Kurvensatz ist jetzt zwar noch nicht vollständig, stellt aber schon mal leicht gebogene, an beiden Enden spitz zulaufende Striche bereit, mit denen man in der Absicht, eine Comic-reinzeichnung zu erstellen, bereits sehr weit kommt. Gerade vor dem thematischen Hintergrund, dass ähnliches in Artweaver bislang noch überhaupt nicht möglich war, sind schon diese paar Bögen ein enormer Fortschritt auf dem Gebiet. Sie sehen aus wie recht gekonnt mit der Tuschefeder gezogen, und lassen sich in AW auch noch recht unkompliziert drehen, scheren*, spiegeln und verzerren, also auch nachträglich noch weitgehend der Vorlage anpassen und "hinbiegen".

* die Scherfunktion heißt in AW "neigen", und ist (nebst drehen) eine Unterfunktion des Features "Transformieren" / "Frei transformieren" (unter Ebene oder Auswahl im Hauptmenü).



Den ersten Satz "Bögen" gibt es in fünf verschiedenen Strichstärken und in je sechs Variationen hinsichtlich Verlauf und Betrag ihrer Krümmung. Nachstehend sehen Sie eine kleine Auswahl aus den zahlreichen Möglichkeiten, mit nur einem kleinen Satz an Kurven bestimmte Strichformen oder "Schwünge" auszuspielen:


Bowling-01.png
Abbildung in Originalgröße (2500 x 2500 px) - auf Artweaver erstellt (für die Ansicht in Originalgröße bitte kurz anklicken und zoomen!)



Ich habe die Abbildung auch dem schnelleren Upload zuliebe mal nicht verkleinert, damit Sie sich davon überzeugen können, wie gestochen scharf diese Kontouren gelingen, wenn man sie nicht allzu klein dimensioniert. Wie scharf oder unscharf (pixelig) diese Striche schlußendlich dastehen ist natürlich auch eine Frage der Auflösung, also auch der Größe des Bildes. Durch das nachträgliche Drehen und / oder Verzerren der Bögen innerhalb der Möglichkeiten eines Rastergrafik-programmes werden diese vermeintlichen "Vektoren" zwangsläufig interpoliert, wodurch sie zugleich auch etwas an Schärfe verlieren können und / oder "aufpixeln". Eben dieser Nebeneffekt ist aber umso schwächer, je großzügiger Sie malen. In einer Auflösung wie hier, können die Striche auch noch zwei oder dreimal nachkorrigiert werden, ohne dabei groß Schaden zu Nehmen.

Wenn Sie also wirklich mal eine Reinzeichnung von ihrer Comic-figur mit Artweaver anfertigen wollen, sollten Sie das Dokument, bzw. ihre Vorlage auf mindestens 3000 x 5000 px Größe anlegen. Ab dieser Größe / Auflösung fallen gewisse Verunschärfungen oder Aufrasterungen der "eigenen Formen" (verursacht durch nachträgliche Korrekturen / Transformationen) nur noch ganz minimal aus. Eine noch etwas größere Veranlagung wäre natürlich noch besser - das hängt letztlich nur davon ab, welche Ansprüche Sie an die Abbildungs- und Kontourenschärfe stellen.

Artweaver kann diese "Eigenen Formen" gefüllt und ungefüllt darstellen - mit oder ohne Antialiasing, und außerdem in jeder Farbe mit beliebiger Deckkraft, vertikal oder horizontal gespiegelt und auch x-beliebig vergrößert und /oder gestaucht. Wie diese Form gespiegelt oder gestaucht wird, hängt nur davon ab, in welche Richtung der Cursor (die Maus) gezogen wird (nach dem ersten gehaltenen Mausklick), denn die Ursprungskoordinaten der Form liegen immer dort, wo Sie beim Aufziehen des Formrechtecks den ersten Mausklick gemacht haben:


Die AW-Formwerkzeuge.PNG
Die AW-Formwerkzeuge und der "Ursprungsort" einer eigenen Form



Wenn Sie die ausgewählte Form vom Ansatzpunkt (Formursprung) ausgehend nach rechts-unten ziehen, bleibt die Orientierung der ursprünglichen Form erhalten - lediglich Größe und Proportion ändern sich noch, je nach dem, wie weit sie ziehen. Um horizontale oder vertikale Spiegelungen derselben Form zu erhalten, müßten Sie vom Ansatzpunkt aus gesehen in die entgegengesetzte Richtung ziehen, bzw. nach links oder nach oben. Die Proportion des aufgezogenen "Auswahlrechtecks" ist maßgeblich für die Krümmung des Bogens, aber auch für dessen Dicke. Im Original ist die Krümmung der Bögen sehr stark, aber durch eine starke Stauchung des Rechtecks kann diese Krümmung auch wieder sehr stark zurückgenommen werden - bis hin zu fast ganz geraden "Bögen".

In der Abbildung sehen Sie auch, dass die Formen (Bögen) nicht schon von sich aus gefüllt oder "massiv" sind, sondern selbst nur aus einer Umrißlinie bestehen. Ob Sie den Umriß füllen oder nicht - etwa, damit er schon selbst wie eine massive Outline aussieht - können Sie noch jederzeit selbst bestimmen. Und klar: Um diese Bögen noch drehen, nochmals nachkorrigieren und an die richtige Stelle befördern zu können, müssen sie auf eine eigene, transparente Ebene gesetzt werden. Über die Funktionen Auswahl > Auschneiden > Einfügen > Ebene - Frei transformieren / Neigen, lassen sie sich dann auch noch ganz nahtlos zusammensetzen.

Den Download des ersten Kurvensatzes, bestehend aus 60 verschiedenen Kurven (.ash-dateien) im Ordner, bzw. Zip-ordner, finden Sie im nächsten Thread.





Liebe Grüße, Artgenossa
Zuletzt geändert von Artgenossa am Fr Jan 02, 2015 7:14 pm, insgesamt 13-mal geändert.

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Re: Formen für die Outline-reinzeichnung im Comic-style

Beitragvon Artgenossa » Mi Dez 11, 2013 2:32 pm

Das neue (verbesserte) AW-tool "ShapeGen.exe" ist in der Lage, alle eigenen Formen in eine einzige ASH-datei zu schreiben - der Prototyp jedoch, welchen ich dazu verwendet habe konnte das noch nicht. 60 Kurven bedeuten also auch 60 einzelne ASH-dateien, die in AW alle einzeln geladen werden müssen. Im Augenblick kann ich auch noch nicht sagen, ob diese Dateien auch gleich im Bündel direkt in das Anwenderverzeichnis manövriert werden dürfen - möglicherweise würden in AW dann keine "Thumbnails" für die Vorschau erstellt - keine Ahnung. Ich selbst habe alle Dateien über den Vorgaben-manger installiert (bzw. "importiert").



Bow-01-00 bis 05-S5 (ash).zip
60 verschiedene Bögen (.ash-dateien) im Ordner
(22.28 KiB) 220-mal heruntergeladen




Der reguläre Installationsvorgang erfolgt über den Vorgaben-manager in Artweaver: Bearbeiten > Vorgaben-manager > Vorgabe (= Eigene Form) > Importieren. Umbenennen oder wieder löschen ist auf selbigem Wege möglich. Die Reihenfolge der Dateien in der Programmliste (eigene Formen) richtet sich ganz strikt nach der Reihenfolge ihrer Installation. Wenn die Bögen also einigermaßen aufgeräumt / sortiert in der Liste stehen sollen, dann empfiehlt sich, sie in genau jener Reihenfolge zu importieren, in welcher sie auch im (Zip-) Ordner stehen.

Wichtige Anmerkung: Ganz strenggenommen sind es bloß 30 verschiedene Bögen, denn immer zwei Stück sind ein und dieselbe Kurve - einmal hochkant stehend ("senkrecht") und einmal quer-liegend, bzw. "waagrecht". Die Hälfte aller Kurven ist also eigentlich überflüssig (redundant), erleichtert jedoch etwas das Handling und ihre Anwendung, denn es gehört sonst schon sehr viel Konzentration und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen dazu, einer Kurve in jeder Lage gleich anzusehen, ob es die passende ist. Durch die sehr starke Stauchung der Kurven in der Vorschau, ist das ohnehin schon schwer genug (mit dem ShapeGen kann man keine langgezogenen Kurvenobjekte aufnehmen - das Objekt muß immer schon vorher auf nahezu quadratische Ausmaße gebracht worden sein). Angesichts der Tatsache, dass eine Löschung der Dateien so unkompliziert ist, empfehle ich, erst nach einiger Übung zu entscheiden, ob auf die Hälfte aller Kurven ebensogut verzichtet werden kann. Ich würde also erst mal alle 60 Kurven installieren, etwas damit üben oder "zeichnen" (Vorzeichnung / Vorlage notwendig!), und erst viel später mal darüber nachdenken, ob die "Senkrechten" oder "Waagrechten" wieder rausgeschmissen werden sollten, denn bis jetzt besteht ja noch kein Platzmangel! Andere Bögen (stumpfes Ende / anderer Duktus), Wendekurven (S-Kurven) und Kurvenschablonen folgen erst in ein paar Monaten - bis dahin oder deswegen braucht also noch lange nicht an "Listenplätzen" oder Platz gespart werden.




Grüße, Artgenossa


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