Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

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Artgenossa
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Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » Di Aug 27, 2013 6:51 am

Hallo Retouchierer,

in Artweaver gestaltet sich der ganz fein differenzierte Farbtonwechsel etwas schwierig, wenn man dafür nur auf die Standard-Farbauswahlpaletten (Farbkreis mit Dreieck / Graduiertes Quadrat - gleich unterhalb der Pinselpalette) zurückzugreifen weiß. Für die dicke Pipette, den fetten Merk-ring und feinste Nuancen im Danebengreifen sind die dann doch etwas zu klein dimensioniert. Es gibt zwar noch den schon deutlich größeren Farbwahldialog, der hier ebenfalls vorgestellt werden soll, aber auch dieser ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange:

Wer in Artweaver so großzügig dimensionierte Farbauswahlpaletten vermißt, wie sie etwa in MyPaint (skalierbar) oder ArtRage angeboten werden, behilft sich am besten mit ganz selbstgemachten Paletten und montiert sie direkt im Bild auf eigener Ebene. Dort kann die Palette beliebig groß und beliebig farbenfroh gestaltet werden, und stellt schließlich überhaupt alle sonstigen Farbwahlmöglichkeiten in den Schatten. Warum kleckern, wenn man auch protzen kann?

Einzig nennenswerter Nachteil ist dann lediglich, dass zur Farbaufnahme ein kurzer Werkzeugwechsel (Pinsel > Pipette > Pinsel) nötig ist. Die Ebene muß hierfür NICHT extra gewechselt werden! - ein- und ausblenden der Ebene genügt, da die Pipette auch die Farben deaktivierter Ebenen aufnimmt ("inaktiv" ist nicht dasselbe wie "ausgeblendet"). Hier gilt also immer: "what you see ist what you get" - egal auf welcher Ebene die zusätzliche Palette liegt und ganz unabhängig davon, welche Ebene gerade ausgewählt ist, registriert die Pipette immer genau jenen Farbton, den auch der Anwender am Ort der Aufnahme gerade sehen kann**. Erst wenn er diese Ebene oder Palette selbst nicht mehr sehen kann (> Symbol-auge geschlossen bedeutet Ebene "ausgeblendet"), kann sie auch von der Pipette nicht mehr "gesehen" (gemessen) werden.


Wem aber auch die Ein- und Ausblenderei noch zu viel ist, montiert sich eine eigene Farbpalette nicht auf anderer Ebene sondern einfach am Rand des Bildes in selbiger Ebene (Hintergrundebene). Das Bild hat vier Randseiten, also immernoch ausreichend Platz für die aller abenteuerlichsten (weit-graduierten) Farb-vor-auswahlen, und wenn die Malerei fertig ist, werden diese Seiten einfach wieder abgeschnitten.

Das Arbeiten mit zusätzlichem Randbereich hat nebenbei auch noch den Vorteil, beim Verschieben aller darüberliegeden Ebenen nicht gleich jeweden Randüberstand zu verlieren.

Aber nicht vergessen: Selbstgemachte Paletten vor dem Abschneiden separat speichern und in eigenem Ordner sammeln - das erspart euch eventuell viel doppelte oder dreifache Arbeit. Welche besonderen Vorteile und Möglichkeiten diese Methode sonst noch mit sich bringt, möchte ich in den nächsten Wochen (u. Monaten) im Anschluß an den hiesigen Beitrag ausführlicher veranschaulichen. Ich hab ihn deshalb aus dem Sektor "Anwenderfragen", wo er zuerst stand, rausgenommen (bzw. kopiert) und nun (auch) hierher gestellt. In wenigen Tagen wird er aus den Anwenderfragen verschwunden sein, um die Forenbesucher nicht allzu lange mit "Duplikaten" zu verwirren.


** Das ist übrigens eine Besonderheit von Artweaver - in anderen Bildbearbeitungsprogrammen ist die Farbpipette NICHT in der Lage, die Mischfarbe übereinandergelegter (halbtransparenter) Ebenen zu messen / aufzunehmen!


Das Pipetten-werkzeug.PNG
Für eine genauere Ansicht bitte das Bild kurz anklicken!


Wenn sie für die Pipette (engl.: Eye-dropper tool) "Alle Ebenen" gewählt haben, mißt sie das Mischergebnis der Farben aller Ebenen, also genau das, was Sie auf dem Bild (im Arbeitsbereich) sehen. Andernfalls mißt sie nur die Farbe, der gerade ausgewählten Ebenen - auch ganz unabhängig davon, was deren Ebenendeckkraft ist (es wird dann nur der volldeckende Farbton gemessen).








Doch auch folgender Tipp, dürfte für viele Neueinsteiger ein sehr nützlicher Tipp sein, und ist schon viel rascher gegeben:


To activate the ColourPickerDialog.PNG
Schwebender Farbwahldialog aus AW v.3.0



Mit einem schnell gemachten Doppelklick auf die zwei kleinen Farbvorschauen (Vordergrund- / Hintergrundfarbe), die sich sowohl auf der Toolbox wie auch auf der Farbpalette befinden, springt ein Farbwahldialog auf, der schon fast doppeltsogroß ist, wie die Farbwähler auf der Farbpalette, und auch da kann noch zwischen Farbkreis und Rechteck gewählt werden. Dieser Dialog zeigt die gewählte Farbe sogar noch zusätzlich im Hexadecimalcode an, während die Modi HSL und RGB eng nebeneinanderliegend den direkten Vergleich ermöglichen. Das ist nun wirklich "komfortabel". Mit Artweaver (Plus) v4.0 ist selbst dieser ohnehin schon extragroße Farbwahldialog auch noch mal um einige Prozent angewachsen.

Kein Frage, also - auch über diesen Dialog ist es schon erheblich einfacher, einen ganz bestimmten Farbton sehr punktgenau auszuwählen. Die nächste Abbildung zeigt hingegen, wie bereits der kleine Farbwahldialog auf der Pinselpalette ausgezogen werden kann - allein damit wäre es schon etwas leichter, bestimmte Farben ganz präzise auszuwählen - sowohl entlang des schmalen Farbspektrums wie auch innerhalb der rechteckigen Graduierung:



KleinerFarbwahldialog-01.PNG
Rechts im Bild: Der kleine Farbwahldialog nach maximalem (vertikalem) Auszug





In nachfolgender Abbildung sehen Sie hingegen die Variante einer geradezu "luxuriösen" Farbauswahl-lösung:


Luxoriöse Extrafarbauswahl.jpg
Vier Paletten am Bildrand und eine halbtransparente Palette in der Schwebe



Die vier Extrafarbauswahlen am Bildrand befinden sich mit auf der Hintergrundebene, während sich zugleich noch eine halbtransparente Systemfarbwahl auf darüberliegender (transparenter) Ebene befindet - verschiebbar! Diese Paletten sind natürlich "handgemacht" und nicht etwa schon ein fester Teil des Malprogramms, aber nichtsdestotrotz lassen sich derartige Paletten-installationen noch einigermaßen gut für eine Anwendung in AW vorbereiten und organisieren. Ich persönlich habe mir eigens zu diesem Zweck einen "AW-content-ordner" angelegt, in dem ich sämtliches Hilfs- oder Zusatzmaterial dieser Art (wie eben solche Paletten) ansammle und aufbewahre. Das erlaubt den schnelleren Rückgriff auf bereits an- oder vorgefertigte Dokumente, nämlich einen Zugriff auf Dokumente ohne längeres Suchen in vielleicht nicht mehr bekannten Ablageordnern.

Die Systemfarbwahl-palette trägt auf ihrem äußeren Rand eine Auswahl an vollsatten Farben des gesamten Farbspektrums, und zwar volldeckend. Zur Mitte hin wiederholen sich diese Farben nocheinmal, jedoch über zwei Stufen hinweg mit zunehmend schwindender Deckkraft (= höherer Transparenz), während das Mittelfeld volltransparent ist. Da die Deckkraft dieser Palette nun auch noch ganz insgesamt runtergeregelt werden kann, lassen sich in Überblendung mit den andern Farbpaletten oder mit Teilen des Bildes beinahe alle nur denkbaren Farbmischungen erzielen und zum besseren Vergleich sogar gemeinsam betrachten. Jede dieser nur temporär ermischten Farben kann ganz problemlos mit der Pipette erfaßt und dann gleich zum Malen verwendet werden. Im Vergleich zu den Möglichkeiten dieser doch sehr außergewöhnlichen Methode, hinkt die programmeigene Farbauswahl dann schon deutlich hinterher - bislang kann allerdings noch nicht mal Corel (Painter X3) mit so einer komfortablen Farbauswahl aufwarten. Wenn sich Boris also ein bisschen sputet, kann er sie sich vielleicht noch für Artweaver 4.1, 4.2 oder 5.0 unter den Nagel reißen (d. h. am besten gleich implementieren und damit, somit oder auf diese Art auch noch "patentieren").

Diese "Systemfarbwahl-palette" werde ich hier demnächst hochladen - gemeinsam mit einer auf halbe Größe verkleinerten Variante, da ihre Abmessung (759 x 759 px) für die Anwendung in kleineren Bildern wohl doch schon entschieden zu groß ist. Falls hier Png-dateien mit einer Farbtiefe von 32 bit (RGB-A!) hochgeladen werden können, stell' ich sie einfach als gewöhnliche Bilddateien in den nächsten Thread - wenn nicht, dann eben im Zweierpack in einem Zip-ordner, aber so oder so zu Ihrer freien Verfügung.




Liebe Grüße, Artgenossa
Zuletzt geändert von Artgenossa am Fr Okt 17, 2014 4:30 pm, insgesamt 25-mal geändert.

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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » Mi Nov 20, 2013 1:55 pm

Hallo,

im vorangegangen Thread habe ich Ihnen die "System-farbwahl-palette" vorgestellt und versprochen, dass ich sie hier zusammen mit Duplikaten in anderer Größe hochladen werde. Im nachstehenden Zip-ordner befinden sich jetzt aber nicht nur zwei, sondern vier verschiedene Größen - das erweitert und vereinfacht nochmals ganz enorm ihre Einsatz-möglichkeiten. Enthalten sind:

Das "Original" (759 x 759 px), in Größe 415 x 415 px, Größe 246 x 246 px und in Größe 176 x 176 px - alle im PNG-format mit der Farbtiefe 32 bit. Eine Ansicht aller Größen im direkten Vergleich nebst Wertetabelle sind ebenfalls enthalten.





System-farbwahl-palette A 759x759.zip
Die halbtransparente "System-farbwahl-palette" in vier verschiedenen Größen (Wertetabelle inklusive)
(70.23 KiB) 433-mal heruntergeladen






In nachstehender Abbildung haben Sie alle relevanten Informationen zu den genauen "Farbdichten" dieser Paletten, und außerdem einen dem Größenvergleich dienlichen Überblick über alle vier Palettengrößen zugleich (diesenfalls sind sie schwarz hinterlegt - um sie unkomplizierter auswählen und in AW importieren zu können, ist das bei den Dokumenten im Zip-ordner nicht der Fall):

System-farbwahl-matrix.png
Alle vier Palettengrößen im Vergleich und Überblick - inklusive aller RGB-A-werte


Die Palette, welche hier nur in Form einer Wertetabelle dargestellt ist, entspricht in Höhe und Breite exakt der farbigen (halbtransparenten) System-farbwahl-palette der Größe 759 x 759 px (letztere von beiden befindet sich ebenfalls mit im Zip-ordner). Die verschiedenen Transparenz-stufen des Farbspektrums sind konzentrisch angordnet - ganz außen mit dem Alpha-wert 255 (= 100% deckend) und auf den inneren "Ringen" mit nur noch der 66-%igen Deckkraft des je weiter außen liegenden Ringes (Alpha = 170 u. 85 = 66,6 % u. 33,3 % Deckraft). Die Deckkraft des genau mittig gelegenen Farbfeldes beträgt exakt 0%, ist also vollkommen transparent und ohne Eigenfarbe.



Ein Anwendungsbeispiel:

Syst-Fw-Palette Anwendung-01.png
Die Systemfarbwahl-palette in Anwendung


Besonders für die Suche nach sehr ähnlichen, passenden oder alternativen Farbtönen empfiehlt sich, die Deckkraft der Palette sehr weit runterzuregeln (Deckkraft maximal 20%) - so ist dann auch die Auffindung besonderer Nuancen in Hauttönen (unterschiedlicher "Beleuchtung") schon stark vereinfacht / erleichtert. In der Palettenmitte findet sich immer der ganz unverfälschte Farbton aus dem Hintergrundbild, da dieses Palettenfeld NICHT getönt ist. Und nicht vergessen: Es kann auch noch die Ebenen-blend-methode geändert werden - die Alternität dieses Farbwahlverfahrens ist daher ganz ausgesprochen groß, um nicht schon zu sagen "unendlich groß" und dabei auch noch extrem fein zu regeln. Setzt man die Deckkraft einer oder mehrerer Ebenen herunter, werden sie quasi Licht- und Farbdurchlässig, sodaß sich mithilfe der Pipette ganz neue Farbmischergebnisse abgreifen lassen - genau jene, welche Sie da mit bloßem Auge sehen können. Es ist also nicht nötig, die verschiedenen Ebenen erst auf eine gemeinsame Ebene zu reduzieren.

Und trotzdem ist auch das noch immer nicht das Ende der Fahnenstange - nach demselben Prinzip läßt sich sogar eine noch weitaus "mächtigere" Farbauswahl-palette realisieren ... Mehr dazu im nächsten Beitrag!






Liebe Grüße, Artgenossa
Zuletzt geändert von Artgenossa am Fr Jan 10, 2014 12:03 pm, insgesamt 18-mal geändert.

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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » Do Nov 21, 2013 2:08 pm

Fortgeschrittene Anwendung der System-farbwahl-palette


Wer als geübter Photoshopper oder Artweaver-anwender keine Scheu mehr davor hat, fleißiger (routinierter) mit mehreren Ebenen und den diversen Ebenenfunktionen zu arbeiten, kann sich mithilfe der System-farbwahl-palette auch bequemen Zugang zu einer besonders "mächtigen" Farbauswahl verschaffen. Über dies sind dann auch leicht gewisse "Farbharmonien" zu ermitteln und einzuhalten, denn die farbliche Gestaltung der Palette entspricht weitestgehend der Farbsymmetrie des gewöhnlichen Farbkreises.

Dazu ist es allerdings unumgäglich, von der System-farbwahl-palette ein Duplikat zu erzeugen, nachdem sie in das zu bearbeitende Dokument importiert worden ist. Letztlich wäre also immer mit zwei zusätzlichen Ebenen über der Hintergrund- und Arbeitsebene zu arbeiten, wenn das Potential dieser Palette voll ausgeschöpft werden sollte.

Gleich im Anschluß an diese Duplizierung, ist das Duplikat in eine "Kalyptra" (gr. für Decke / Deckel / Versteck) umzugestallten - das ist quasi ein einfarbiges Schattenbild (Silhouette) der System-farbwahl-palette und gestattet dem Anwender die vollflächige Hinterlegung der Palette mit einer Farbe seiner Wahl, beziehungsweise mit genau derjenigen Farbe, welche mithilfe des "Auges" (genau mittig positioniertes Palettenfeld) ins Visier genommen worden ist. Erst wenn noch so ein Schattenbild mit vorliegt, kann die vollflächige Farbänderung immer sehr schnell mithilfe des Füllwerkzeuges (Paint-bucket / Farbeimer) erledigt werden - das geht nicht, solange die Palette noch verschiedenfarbig und durch weisse Linien in 49 Felder unterteilt ist. Letztlich braucht man also eine mehrfarbige und eine einfarbige Palettenversion auf zwei verschiedenen Ebenen, damit sie bei Bedarf genau übereinandergelegt und verschiedentlich "geblendet" (Ebenen-blend-funktion) werden können. Wenn eine Farbpalette keine verschiedenen Farben und Felder mehr aufweist, kann man sie natürlich auch nicht mehr gut "Palette" nennen - deshalb bezeichne ich diese Variante mit dem Namen "Kalyptra" und nenne dann auch die Ebene so, auf der sie sich befindet. Fans des Kino-vierteilers "Pirates of the Caribbean" mögen dasselbe Trumm von mir aus auch "Calypso" nennen - wie die Ex-geliebte des Krakengesichtes Davy Jones. Oftmals wirken Dinge gleich viel interessanter, wenn sie nur einen interessanten oder vielsagenden Namen haben.

Für eine einfachere Erklärung und alles weitere dazu, werde ich den langen Namen "System-fabwahl-palette" gegen den kürzeren Namen "Spektrum" eintauschen und diese Palette nur noch "Spektrum" nennen, und um eventuellen Mißverständnissen bezüglich aller sonstigen Begriffe vorzubeugen, seien dieselben auch noch in einer besonderen Abbildung mit Legende vorgestellt:


BBSecretLove_Spektrum&Kalyptra 003.png
Begriffsklärung zu den "Augen" von Spektrum & Kalyptra


Die Kalyptra ist besonders einfach herzustellen - dazu müssen Sie lediglich ein Duplikat des Spektrums erstellen (Ebenenpalette > Ebene duplizieren) und dann mit Ausnahme des Visierfeldes (Auge) sämtliche Farbfelder nach Weiss umfärben. Da sich die Feldfarben danach nicht mehr von der Lineaturfarbe unterscheiden, ist es von da an möglich, jede weitere Umfärbung in nur einem einzigen Arbeitsschritt durchzuführen (Werkzeugpalette > Füllwerkzeug "Farbeimer"). Ich empfehle, diese Kalyptra dann aber trotzdem gesondert abzuspeichern, denn jedesmal auf's Neue 48 verschiedene Farbfelder mit dem Farbeimer aufzufüllen ist dann ja doch etwas "nervig". Speichern Sie die Kalyptra also am besten im selben Ordner wie die Spektren, noch bevor Sie Ihre Arbeit damit beenden. Für die nächste Sitzung brauchen Sie dieses Prozedere dann schon nicht mehr wiederholen, sondern können dann eine Kalyptra ebenso leicht importieren, wie ein Spektrum. In welcher Farbe Sie die Kalyptra abspeichern ist ja egal - wichtig ist nur, dass sie einfarbig ist. Für Spektren in vier verschiedenen Größen brauchen Sie allerdings auch die Kalyptra in vier verschiedenen Größen. Falls Sie also gerade mal damit befaßt sein sollten, ein Spektrum in eine Kalyptra umzuwandeln, sollten Sie das der einfachheithalber gleich für alle vier Spektren erledigen - das ist noch wesentlich einfacher, als sich jedesmal auf's Neue zu überlegen, wie's gemacht wird (für verschieden große Bilder brauchen sie verschieden große Spektren / Kalyptren. In der Abbildung ist das Größenverhältnis zwischen Spektrum und Gesamtbild eher etwas "übertrieben groß" - es sollte sich eigentlich eher im Bereich von 1:5 bis 1:10 bewegen. Das Spektrum der Größe 759 x 759 reicht also schon aus für eine Verwendung in Bildern bis zu einer Größe von 7500 x 7500 px).

Spektrum und Kalyptra sollten allerdings genau übereinanderliegen - die Lage "nebeinander" wählte ich hier nur zu gunsten einer besseren Verständigung. Sinn und Zweck der genauen Überlagerung ist schließlich, mithilfe des Spektrums alle Alternativen eines ganz bestimmten Farbtones (Farbe der Kalyptra) im Überblick zu haben. Natürlich müssen dafür alle Farbfelder des Spektrums von der Kalyptra hinterlegt sein, also nicht nur teilweise (wie in der Abbildung), sondern vollständig. Nach genauer Überlagerung ist dieses "Palettendoppel" dann dazu in der Lage, alle möglichen Alternativen der Testfarbe sichtbar zu machen, und zwar im ganz unmittelbaren Vergleich zum gestalteten Bild (-hintergrund), beziehungsweise im ganz unmittelbaren Vergleich zur Fargebung "im Visier". Die Pipette nimmt jede Farbe genau so auf, wie Sie sie in dieser Überblendung sehen! Das heißt, gleich nachdem Sie wieder zum Pinselwerkzeug überwechselten, malt der Pinsel mit genau dieser Farbe ("what you see is what you get"). Doch Vorsicht: Malen Sie dann nicht versehentlich auf genau derjenigen Ebene, die das Spektrum oder die Kalyptra enthalten!

Im Gegensatz zum Spektrum kann die Farbe der Kalyptra ganz nach Belieben gewählt und verändert werden - im ganz regulären (sinnvollsten) Gebrauch sei das aber stets die Farbe, die vom Spektrum "ins Visier" genommen worden ist, denn immer zu dieser sucht man damit nach den passendsten "Alternativen". Im Falle der hiesigen Abbildung unterscheidet sich das Rot der Kalyptra nur insofern vom "Lippenrot", als ihre Deckkraft auf etwa 75% runtergeregelt ist und sich deshalb mit den Hintergrundfarben vermischt.

Für vollends freie Sicht auf die Hintergrund- oder Arbeitsebene, werden sowohl Spektrum und Kalyptra wieder ausgeblendet - dazu brauchen Sie auf der Ebenenpalette lediglich das "Augensymbol" der jeweiligen Ebene anzuklicken. Um sie wieder sichtbar zu machen klicken sie erneut auf dasselbe Symbol ("Auge zu" = unsichtbar / "Auge offen" = sichtbar).

Da die Paletten- bzw. Ebenendeckkraft voneinander ganz unabhängig geregelt werden kann, lassen sich auf diesem Wege auch alle möglichen Sättigungsgrade der alternierten "Testfarbe" in den Überblick bringen. Mit demselben Augenblick nämlich, da mit der Pipette die Farbe im Auge des Spektrums aufgenommen worden ist, hat man dieselbe auch im kleinen Farbwahdialog der Programmanwendung vorliegen, und kann über dies die Farbsättigung regeln (HSL-dialog). Mithilfe des Farbeimers (Füllwerkzeug) ist diese Farbe auch immer sehr schnell auf die Kalyptra übertragen - denn eben der vermag ja auch ganz problemlos durch alle überlagerten Ebenen "hindurch-zu-schütten". Die solchermaßen geschüttete Farbe landet immer auf derjenigen Ebene, die gerade ausgewählt ist, und wenn diese Ebenen alle ordentlich mit aussagekräftigen "Namen" versehen worden sind, ist es auch nicht mehr besonders zeitraubend, die Ebene der Kalyptra auszuwählen. Selbst nach nur sehr wenig Übung gelingt das bald schon wie im Schlaf (blind) oder "mit Links". Sie dürfen nur nicht "daneben-schütten", sonst färben Sie gleich die gesamte Ebene ein, was dann unter Umständen auch diese Kalyptra komplett verschwinden läßt (verschluckt).

Regulär lagert das Spektrum über der Kalyptra, aber auch diese Reihenfolge können Sie zu Testzwecken ruhig mal vertauschen: Gleich auf der Sockelleiste der Ebenenpalette befinden sich die Symbole "Pfeil-rauf" - "Pfeil runter" - mit einem Klick darauf verschieben Sie die aktuell ausgewählte Ebenen, aber dasselbe können sie inzwischen sogar noch bequemer haben: Wenn Sie stattdessen mit dem Maus-cursor auf die Ebenenliste gehen und mit gehaltener (linker) Maustaste daran ziehen, brauchen Sie nichtmal darauf achten, welche Ebene soeben ausgewählt ist, denn das geht dann gleich in ein und demselben Aufwasch. Ebenen rumschupsen ist also auch schon in Artweaver allerhöchst einfach - mit Vertauschen der Ebenen ändert sich auch das Mischungsergebnis. Auch wenn die Deckkraft beider Ebenen bei genau 50% oder 30 % liegt, ist das Ergebnis aus der Überlagerung "Rot über Blau" nicht dasselbe, wie aus "Blau über Rot". Auf ihrer Suche nach farblichen Alternativen sollten Sie auch diese Varianz fleißig ausnutzen.

Noch ein weiterer Tipp zum besseren Workflow: Wenn Sie gerade das Verschiebewerkzeug aktiviert haben, brauchen Sie bloß den Mausdialog öffenen (ein Klick mit der RECHTEN Maustaste ins Bild) um gleich an Ort und Stelle die gewünschte Ebene auswählen zu können - allein dafür brauchen Sie den Cursor nicht immer auf die Ebenenpalette navigieren.



Nachstehende Abbildung zeigt ein paar wenige Beispiele der farblichen Hinterlegung des Spektrums durch eine eingefärbte "Kalyptra":


SpektrumFarbigHinterlegt-18Bsp.png
Für eine genauere / größere Ansicht bitte anklicken und zoomen!


Von links nach rechts: Farbig hinterlegtes Spektrum mit der Deckraft 30%, 50% und 70%

Von oben nach unten: Jeweils 3 Spektren hinterlegt mit Gelb, Ocker, Blau, Rot, Grasgrün und Mittelgrau (das jeweils mittlere Farbfeld jeden Spektrums - das Visier od. "Auge" - zeigt den originalen Farbton der Kalyptra)

Allein diese 6 (bzw.18) Beispiele sollten Ihnen schon eine Ahnung davon vermitteln, wie geradezu unerschöpflich groß der Facetten-reichtum dieser Farbwahlmethode ist. Nicht nur, weil Sie damit sehr schnell alle nur erdenklichen Mischfarben erzeugen konnen, sondern weil dies dann auch immer genau diejenigen Mischfarben sind, welche gerade zur farblichen Situation eines ganz bestimmten Lokals im Bild passen - UND - weil Sie eine gewisse Anzahl davon auch immer gleich im Vergleich zueinander und zum ganzen Bild haben. Im Gegensatz zu den programm-eigenen Farbpaletten, ist diese Systemfarbwahl-palette (samt Kalyptra) ja stets mitten im Bild und ermöglicht so den direkten Vergleich mit allen Farbnuancen, die schon vermalt sind. Eben das macht dieses Paletten-duo so überaus nützlich und "mächtig" (sehr weit-entwickelte Malprogramme wie etwa Painter od. Krita nutzen dieses "Palette-im-bild-prinzip" ebenfalls in schon ganz ähnlicher weise).








Die Systematik der "System-farbwahl-palette" (Spektrum) und die Auffindung spezieller "Farbharmonien"

1. Von Außen nach innen fortschreitend, reduziert sich die Deckkraft aller Farben vom Maxiamalwert (Alpha = 255) über zwei Stufen hinweg (Alpha = 170 u. 85) bis auf Null, obschon natürlich auf den weiter innen gelegenen "Ringen" nicht mehr ebensoviele Farben untergebracht werden können, wie ganz außen. Das erklärt dann auch, weshalb sich gewisse Farbdichten nur entlang mittig oder diagonal verorteter Reihen ganz und gar "logisch" fortsetzen (entlang anderer Linien mußten Farben rausfallen).

2. Bezüglich des Mittelpunktes verhält sich das Farbquadrat in Sachen Farbverteilung ebenso symmetrisch wie der Farbkreis. Das heißt, Sie finden auch hier die Trilogien "RGB" und "CMY" in Gestalt zweier in sich verschränkter Dreiecke wieder, wobei jeweils eine Ecke auf der linken oder rechten Seitenhalbierenden des Quadrates liegt, und die beiden anderen Ecken mit den Ecken des Quadrates zusammenfallen. Für die Auffindung bestimmter Farbharmonien sind darin jedoch auch besondere Vorteile zu sehen, da sich im Quadrat nicht nur diese zwei, sondern genau vier signifikante Dreiecke finden - zum Bsp. noch das Dreieck "Orange-Cyan-Blau" (mit der Spitze nach oben weisend) und das Dreieck "Rot-Gelb-Petrol" (auf der Spitze stehendes Dreieck). Im 12- oder 24-teiligen Farbkeis sind zwar noch wesentlich mehr "Trilogien" zu finden, jedoch sind diese nicht mehr besonders "signifikant" oder einprägsam - eben darin liegt der besondere Vorteil von Farbquadraten.

3. Einzig erwähnenswerter (nachteiliger) Unterschied in der Farbverteilungs-symmetrie ist, dass die erwähnten Dreiecke des Quadrates nicht ebenso "gleichseitig" sind, wie diejenigen des (12-teiligen) Farbkreises. Zwischen Gelb und Magenta dürften also eigentlich nicht wesentlich mehr Mischfarben aufzufinden sein, als etwa zwischen Gelb und Cyan, doch genau das ist beim Quadrat der Fall: Von Ecke zu Ecke platzieren sich genau 7 verschiedene Farben, aber um die Ecke herum - etwa von Cyan bis Magenta sind es schon 10 Farben. Von Rot bis Grün sind es beispielsweise ebenfalls 10 Farben, aber von Rot nach Blau hinüber sind es wieder bloß sieben. Damit sind die violetten und grünen Farbtöne gegenüber den rot-orangen und blauen Farben etwas "unterlegen" - jedenfalls "zahlenmäßig". Zum Ausgleich gibt es deshalb noch ein weiters Farbquadrat, bei dem dieses partielle Ungleichgewicht genau andersherum liegt - auf die durchschnittliche "Farbtemperatur" des Quadrates hat das jedoch so oder so verteilt keine Auswirkung, weil von dieser vermeintlichen Assymetrie sowohl warme wie auch kühle Farben immer gleichermaßen beroffen sind. Auf die besonderen Vor- oder Nachteile der einen Sortierung ("Charkteristik") gegenüber der anderen, komme ich aber nochmal weiter unten zu sprechen.



Alle vier erwähnten (primären) Farb-trilogien (Farb-dreiklänge) im Überblick :

Die vier Farbtrilogien.png
Zweiteilige Ansicht / Darstellung der Farbtrilogien (Die Farben der Pfeile in dieser Abbildung haben KEINE besondere Bedeutung!)


Die Farbe einer Dreiecks-pitze verhält sich komplementär zur Mischung der beiden gegenüberliegenden Eckfarben. "Petrol" ist beispielsweise die Komplementärfarbe zu genau gegenüberliegendem Orange. Den ultimativen Test dazu, macht man am einfachsten mit der Farbumkehrfunktion eines Bildbearbeitungsprogrammes: Das Ergebnis einer Farbumkehr entspicht exakt der Komplementärfarbe einer Testfarbe.







What the hell is "Farbharmonie"?

Eine Zusammenstellung mehrerer (verschiedener) Farben ist immer dann "harmonisch", wenn sie in einer additiven oder subtraktiven Farbmischung zu einem völlig farbneutralen Grauton führen (würden) - Orange und Petrol beispielsweise, führen über die additive Farbmischung zu Weiss, jedoch zu einem neutralen Grau, wenn Sättigung oder Helligkeitswert nicht genau 100% betragen (im Farbraum HSV! - Artweaver verrechnet Farben im Farbraum HSL, wo das leider nicht so leicht nachgestellt werden kann). Weiss und Schwarz sind lediglich Sonderfälle der Grauskala, nämlich deren nach oben und unten offenes Ende, da das menschliche Auge ja schon lange Schwarz sieht, bevor es tatsächlich ganz Schwarz ist. Selbst stockfinstere Nacht ist für eine Katze oder Eule noch ziemlich hell um nicht gleich zu sagen "Hellgrau"! Na ja - und dass man auch Weiss schon seit bald fünf Jahrzehnten immer noch weisser waschen kann, wußtem Sie ja wahrscheinlich schon. Schwarz, Weiss und Grau sind keine "Farben" - der Gilb allerdings schon, denn der ist "Gelb".

Dabei gelten jedoch im gewöhnlichen "Desktop-puplishing" ganz andere Faustregeln, als in der Kunstmalerei, denn im letzteren von beiden sind auch Kontraste in der Temperatur, in der Helligkeit (Valenz) UND Farbsättigung erwünscht, während etwa der "Web-designer" lieber davon abrät, nebst kräftigem Blau oder Rot auch ein sehr fades oder stark abgemischtes Blau (od. Rot) zu verwenden. Vor allem der sogenannte "Farbstich" ist quasi der "Tod allen künstlerischen Anspruches", während er jedoch im Grafikdesign besonders häufig anzutreffen ist und eventuell ganz bewußt gewählt wird. Der böse "Farbstich" meint aber auch nicht etwa das überwiegende Blau eines "Blauen Pferdes" (Marc Chagall - Blauer Reiter), sondern die Tatsache, dass überhaupt allen verwendeten Farben ein ganz bestimmter Farbstich GEMEIN ist. Mit dem allerkleinsten Farbklecks, welchem ein genau gegenteiliger Farbstich eignet - z. B. mit etwas rotstichigem Gelb - wäre dem nämlich schon wieder abgeholfen, und eben das ist auch in Chagalls "Blauen Pferd" gelungen. Es kommt also nicht darauf an, in einem Bild stets ebensoviel Blau wie Oange zu vermalen, sondern nur darauf, dem Betrachter nicht versehentlich einzureden, er trüge ein Brille mit blauen oder orangefarbenen Gläsern, denn erst das könnte ihm auch ganz gehörig auf's Gemüt schlagen.

Verwechseln Sie also die traditionelle Lehre zur Farbharmonie nicht etwa mit der esoterischen Quaksalberei zum farblich ausgewogenen "Feng Shui" der Betrachterseele. Die ursprüngliche (= traditionelle) Farbenlehre macht sich keine Sorgen um Ihre "Psyche" oder Ihre persönlichen Vorlieben, Schwächen oder "Volltreffer", sondern nur um die somatische (physische) Konstitution ihrer zwei Augäpfel oder "Umgebung". Das ist nicht Esoterik, sondern ganz ausgesprochen nüchtern und sachlich betrachtet - vor allem jedoch sehr offensichtlich. Insofern ist eine Farbharmonielehre auch nicht etwa kompliziert oder gar undurchschaubar. Das ist sie nicht mal dann, wenn im Rahmen einer Konsonanz- und Dissonanztheorie zugleich mehr als 6, 7 oder acht verschiedene Farben harmonieren sollen, denn auch eine Dissonanz unterscheidet sich letztlich in überhaupt gar nichts vom ganz gewöhnlichen Farbstich. Es harmonieren immer diejenigen Farben NICHT, deren gleichmäßige Mischung kein neutrales Weis oder Grau ergibt, also diejenigen, deren Mischung lediglich eine weitere Mischfarbe erzeugen. Genau diese Mischfarbe ist dann der allen verwendeten Farben gemeinsame Farbstich, weshalb Goethe ja auch von den "LEIDEN" des Lichts sprach: Was mithilfe des Glasprismas in verschiedene Farben aufgespalten wurde, muß auch wieder zusammengeführt werden - oder anders gesagt: Kein vernünftiger Mensch erträgt auf Dauer die (ein-) farbige Beleuchtung seines Arbeitsplatzes oder Aufenthaltsraumes, denn solche kann bloß "erlitten" werden. Die einfarbige Beleuchtung verfälscht immer alle in Umgebung gegenwärtigen Farben - in genau diesem Sinne ist sie "falsch", also auch tunlichst zu vermeiden. "Leiden" kommt von "leiten" - die Leiden des Lichts entspringen seiner Um-leitung (durch ein Prisma od. einen Regentropfen).


Gerade der Farbkreis veranschaulicht besonders gut, wo farbliche Dissonanzen verortet sind:


KueppersColorsSun-Vergleich-02.png
Für eine genauere / größere Ansicht bitte anklicken und zoomen!


Das ältere Farbrad nach Küppers* (ganz ähnlich der "Farbstern von J. Itten) läßt schon erahnen, WARUM das moderne (additive) Farbrad zur Mitte hin heller wird. Es ist nämlich nicht nur deshalb heller, damit sich der Anwender auch hellere Farben raussuchen kann, sondern vielmehr deshalb, weil die satten Farben vom Rand des Farbrades "weisslicher" werden wenn man sie der additiven Farbmischung unterzieht. Hätte Küppers seine bunten Rechteck-kolonnen nicht so schmal gemacht, würden sie sich zur Mitte hin immer stärker überschneiden - erst recht, wenn er sie gleich alle so breit gelassen hätte, wie diejenigen welche den Kreis ganz vollständig zu schließen vermögen. Das erklärt dann auch, weshalb er diese Kolonnen nicht ganz bis zur Mitte hin fortgesetzt hat, sondern ganz knapp davor enden ließ: Mit Überschneidung der so angeordneten Farben würde sich auch die Lineatur ihrer systematisch konstruierten Platzierung überschneiden und in der Mitte nur noch ein lineares Chaos anrichten. Letztlich sind es also genau nur diese nach Innen stärker werdenden Überschneidungen, welche die Mitte dann völlig weiss erscheinen lassen - diesen Sachverhalt kann Küppers schon ohnehin recht merkwürdig gestalteter Farblageplan nur nicht ganz unmißverständlich darstellen. Eine derartige Farbmischung heißt schließlich nur deshalb "additive Farbmischung", weil sich die Farben hier durch partielle oder vollständige Überlagerung zu einer helleren Variante addieren - eben bis hin zu Weiss.

Mit der Überlagerung zweier sehr ähnlicher Farben verhält es sich in etwa wie mit der Überlagerung zweier Kerzenflammen: Weder erhöht sich dabei die Flammentemperatur noch die Helligkeit der Flamme. Ebenso wird auch zwei mal Rot nicht etwa "hellrot", aber durchaus heller wird die Überlagerung von Rot und Grün, denn die Farbe Gelb spricht zugleich die rot- wie auch grünempfindlichen Rezeptoren an. Deshalb führt auch auch die Überlagerung von Grün und Blau zu einem schon wesentlich helleren Cyan, obwohl Cyan und Magenta ein nur noch sehr dunkles Blau oder Violett ermischen. Die Helligkeit des Mischresultates hängt also vor allem davon ab, wie weit die beiden Farben voneinander entfernt sind, und das allerhellste Mischergebnis (Weiss) resultiert immer aus den zwei Farben der maximal möglichen Entfernung, also aus der Überlagerung komplementärer Farben.

Somit ergibt die Mischung aus sattem Rot und sattem Grün auch nicht etwa wieder ein sattes Gelb, sondern ein weissliches Gelb (vergleiche die streckenhalbierenden Punkte B und C im additiven Farbrad). Infolgedessen ist die Zusammenstellung aus Rot, Gelb und Grün auch nicht etwa harmonisch - wie ja manche Farbharmoniewähler (online) suggerieren (> "analoge Farbaufspaltung") - sondern schlichtweg ein "Farbstich", also eine Farbdissonanz. Alle Farben innerhalb des Kreissektors, der mit den Großbuchstaben B und C markiert ist, harmonieren NICHT miteinander - sie würden allerdings gemeinsam mit denjenigen Farben harmonieren, die aus einem im Kreis genau gegenüberliegenden Sektor gewählt worden wären, denn erst mit diesen mischen sie sich zu Weiß.

Zwar paßt Rot irgendwie gut zu Orange, Weinrot oder Rosa, aber wenn Sie mit nur diesen vier Farben ein Bild malen, wird es letztlich einen sehr ausgeprägten Rotstich haben. Farbliche Ausgewogenheit finden Sie also immer nur unter Beachtung spezieller Symmetrien innerhalb des Farbrades in Bezug seines Kreismittelpunktes. Die Farbharmonie-faustregel ist also doch noch relativ einfach:

Alle Farben einer Zusammenstellung, deren (additives od. subtraktives ) Mischergebniss kein neutrales Weiß, Schwarz oder Grau ergeben, harmonieren NICHT! Stattdessen harmonieren aber alle komplementären Farbpaare mitsamt den Ergebnissen ihrer analogen Aufspaltung - so wie ich es in der Abbildung auf dem subtraktiven Farbrad (schematisch) dargestellt habe. Die Paare Rot-Grün und Cyan-Lila sind zwar keine komplementären Paare, aber zueinander komplementär sind durchaus die Mischungen dieser Paare (siehe A und C im subtraktiven Farbrad), also auch alle vier (oder sechs) Farben zusammengenommen, denn die ergeben gemeinsam Schwarz, bzw. Dunkelgrau. Übertragen in die additive Farbmischung würde dieser "Farbvierklang" (od. Farb-sechs-klang) ein ganz astreines Weiss ergeben, und eben deshalb ist er "harmonisch".

Die vier ganz außen liegenden Farben dürften natürlich auch alle etwas weiter innen liegen - verschoben in Richtung Kreismittelpunkt - denn das würde noch immer nicht die Symmetrie ihrer Konstellation zerstören, also auch nicht ihre "Harmonie". Insofern ist Harmonie nur ein anderes Wort für Ausgewogenheit und / oder Symmetrie. Farbharmonie meint lediglich Farbkreis-symmetrie!

Eine Übersicht über alle sonstigen Kreisfiguren, die ebenfalls einen harmonischen Farbmehrklang anzeigen können, stelle ich Ihnen im nächsten Thread vor. Dort erfahren Sie dann auch etwas über die besonderen Vorteile der Verwendung zweier ÜBERLAGERTER Farbkreise.


* Zu Theorien, Schaffen und Wirken Harald Küppers siehe unter folgendem Link:

http://www.uni-bielefeld.de/lili/kumu/f ... index.html






Liebe Grüße, Artgenossa
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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » So Dez 01, 2013 9:41 pm

Was ist Kitsch?

Nebenbei stellt sich natürlich überhaupt die Frage, ob man eine so althergebrachte Farbharmonielehre wirklich so genau studieren, verstehen und dann womöglich auch noch ganz haarklein "befolgen" müsse: Geht die Farbkomposition nicht auch einfach nach Gefühl und Mutmaßung auf's Geratewohl?

Doch, das geht freilich: Gut 70% aller abbildenden Werkskunst auf DeviantArt sind der beste Beweis dafür, dass man ein großes Wandregal auch mit viel Kitsch ganz leicht gestopft voll bekommt - und selbst dort wurde schon fleißig "aus- und vorsortiert"! Es geht also schon - aber halt auch nur "gerade so", und nur, weil man auch alles schnell wieder wegklicken kann. Lob und Zustimmung sind in der Regel viel schneller und einfacher gegeben, als die Bereitschaft und Zusage, sich das ein oder andere Bild dann auch tatsächlich über den Eßtisch zu hängen - eben drum! "Sehr schönes Bild - nur lange anschauen oder kaufen, geschweige denn an die Wand hängen, will ich es dann lieber doch nicht!" (tatsächlich ist es nämlich doch irgendwie mißlungen, wenn nicht sogar einfach bloß verdammt hässlich)

So eine Art Komplementarität ist sogar innerhalb dieses Farb- und Gestalt-kitsches festzustellen, denn der unmittelbaren Fortsetzung oder Ablösung deutscher Vorgartenzwerg-romantik - dem glubbschäugigen rosa- oder himmelblaustichigen Manga- und Tamagotschi-wahn - ist inzwischen noch der schlammbraune, nicht mehr enden wollende Monster-, Drachen- und Zombie-wahn gegenübergestellt, in der irrigen Meinung, das könne irgendwie des Kitsches genaues Gegenteil darstellen. In genau dieser Form ist der Kitsch tatsächlich noch nie dagewesen, aber nichtsdestotrotz der blanke Kitsch, denn dieser Ausdruck meint ja lediglich die in Form einer "Intention" unterstellte Einfältigkeit des vermeintlichen Künstlers. Kitsch ist, was nur noch auf einen besonderen Mangel an Erfahrung, Durchblick und / oder Kenntnis schließen läßt, also quasi "Hinterwäldler-, Kindergarten- und Grundschulkunst". Aus dem allerhintersten Wald kommt dann auch tatsächlich dieses Wort, denn Name und entsprechende Ware schleppten ursprünglich die "Zigeuner" (Roma) mitsamt ihrer Sprache ein, welche altindische (hindustanische) Wurzeln hat. Nur - was hat nicht alles "indogermanische" Wurzeln? Sie haben es vielleicht sowieso schon vermutet, aber selbst das englische und deutsche Nomen "Kitchen" (= Küche), bzw. Kittchen (Knast) haben genau dieselbe Wurzel und sind daher ganz alte Verwandte des "Kuchens" (von kochen u. kokeln). Im Kittchen wird man bekocht, und "gar" noch obendrein.

Die Backwaren jedoch, welche einst die Roma und / oder Sinti durch alle Welt trugen, waren nicht aus "Mehl" (Weizen- od. Roggenmehl) obschon aus "Mahlgut", denn gebrannte Kacheln, glasierte Mosaikscherben und pozellanartiges Geschirrgut, also "Ramsch" aus Steinmehl alias Ton oder Lehm. Selbst der ungarische Ortsname "Kocs" (sprich: Kotsch), woher das Gefährt und der Ausdruck "Kutsche" kommen, hat (allerhöchstwahrscheinlich) hindustanische Wurzeln, denn vor allem die heute an Europa angrenzenden Ostblockländer waren einst das Hauptsiedlungsgebiet der letzten großen Völkerwanderung aus dem vorderen Orient (Mazedonien, Pakistan und Indien). An sich meint der Ausdruck "Kitsch" nichts schlimmes, aber mit ihm verbunden sind ganz schlimme Kompromisse in der Farb und Formgebung von Töpferware und Irdengut, denn vor allem vier- oder fünftausend Jahre vor unserer Zeit, stand für einen Brand noch lange nicht die ganze Farbpalette bereit - da mußte schon mal irgendein Blass-grün nebst Gelb-braun herhalten, wo ein gescheites Blau sicherlich viel besser harmoniert hätte, und in der Formgebung stand und steht es mit Ton eben nicht viel besser. Kitsch ist also, wenn ein (künstlerisches) Ziel entweder nicht ganz oder überhaupt nicht getroffen werden konnte - dereinst aus einem Mangel an brauchbarem Material heraus, und heute aus einem Mangel an Einsichtnahme oder Durchblick. Doch mal ehrlich: Ist das nicht nur ein und derselbe Mangel?

Es indiziert einfach (so oder so) nur einen Mangel an Erfahrung, denn auch das Wissen um die Vorkommen von Purpurschnecken oder Erdöl ist nur das Resultat aus Erfahrung / Erfahrenheit (Empirie).


Kunst oder Können gehen nun mal nicht ganz ohne "Kennen", Kenntnis oder Kenntnisnahme, und wären nebst Leonardo da Vinci und W. Goethe nicht auch noch Sir Isaak Newton und Adolf Hölzel gewesen, würden noch heute alle glauben, Rot sei die Komplementärfarbe zu Grün. Rot ist aber eben nicht komplementär zu Grün, sondern zu "Cyan" - ein besonders helles "Türkis" oder Blaugrün, während einem vollsatten Grün vielmehr das "Magenta" gegenübersteht, das wirklich nur noch sehr entfernt an Rot erinnert. Magenta kannte Goethe allerdings nur in Gestalt des Namens einer italienischen Kleinstadt, denn bevor diese Farbe genau dort synthetisch hergestellt werden konnte, gab es sie lediglich als das extrem teure / seltene Extrakt der Purpurschnecken, und selbst das war der modernen Farbe "Magenta" gerade mal "ähnlich", aber nicht völlig gleich. (Kremer-pigmente:
"Für ein einziges Gramm echtes Purpur werden rd. 10.000 Schnecken benötigt" - und selbst da kann man noch von Glück sprechen, denn stell' dir mal vor, Schnecken würden auch noch schnell rennen, und Du müßtest sie "fangen" anstatt bloß einsammeln)



Die nachstehende Abbildung zeigt Ihnen ein paar "Farbkreis-symmetrie-verhältnisse" (Sachverhalte), die sie vermutlich und zumindest teilweise ohnehin schon kennen, aber für alles weitere dazu, ist es durchaus von Vorteil, sie sich noch einmal vor Augen geführt zu haben - insbesondere die Lage des Schwerpunktes ungleichseitiger Dreiecke:

Farbdrei- und mehrklang Tafel-01.png
Abb. 1 - Für eine bessere / detailiertere Ansicht, bitte anklicken und zoomen!


In Fig. 2 und Fig. 4 sind die Schwerpunkte der im Dreieck konstellierten Farben durch einen kleinen roten Punkt markiert. Dass er nicht mit dem Kreismittelpunkt in Eins fällt, macht schon deutlich, dass derartige Farbdreiklänge nur noch bedingt oder gar nicht harmonisch genannt werden können. Das farbliche Ungleichgewicht in Fig. 2 könnte man ja noch dadurch ausgleichen, dass man den beiden Rottönen je nur eine halbe Leuchtstärke einräumt, denn andernfalls wäre diese Farbmischung gerade doppelt so rot wie türkis - jedenfalls nicht weiss, also auch nicht ausgewogen oder harmonisch. Farben mit mehr oder weniger Leuchtkraft (Helligkeit) liegen allerdings überhaupt nicht auf dem Ring, sondern außerhalb oder innerhalb des Ringes, also dem Kreismittelpunkt mehr oder weniger nahe.

Die etwas dickeren, hellgrauen Punkte (auf gestrichelter Linie) markieren den Ort einer Mischfarbe zweier auf dem Rand des Farbrades benachbarter Farben. Normalerweise ist das Farbrad ja mit allen Mischfarben aufgefüllt und nicht etwa bloß ein Ring. Wo das Problem mit dem trigonal-symm. Dreiklang liegt, kann daher die nächste Abbildung noch etwas besser veranschaulichen - beachten Sie in diesem Falle auch, dass die hellgrauen Punkte vor dem farbigen Hintergrund auch schon einen Simultankontrast erkennen lassen. Diese Punkte habe ich nicht etwa "eingefärbt" - alle hellgrauen Punkte auf gestrichelter Linie sind desselben Grautones!



Trigonal-symm-Dreiklang Fig1-3.png
Abb. 2 - Für eine bessere / detailiertere Ansicht, bitte anklicken und zoomen!


Die daraus resultierenden Farbkombinationen wirken allerdings nicht nur deshalb ebenso kitschig wie unharmonisch, weil der Schwerpunkt ihrer Trilogie den Kreismittelpunkt verfehlt, sondern auch weil alle Vektoren dieselbe Länge haben und somit nur die gesättigten Farben aus dem Ring anzeigen. Allein mit Veränderung der Vektorlängen könnten schon ganz andere Schwerpunkt-positionen erzielt werden - auch das spielt eine sehr große Rolle, beim Auffinden aller Farben, die miteinander besonderes gut harmonieren. Schon der Kunsttheoretiker Adolf Hölzel (Ittens Lehrer) unterrichtete, dass die reinen (satten) Farben in einen Kontrast zu den unreinen Farben gestellt sein müssten, um auch den Augen gefallen zu können. Wie er das gemeint hat und wie etwa auch mehr als drei Farben ins Gleichgewicht gebracht werden können, zeigt hoffentlich die nächste Abbildung: Der Schwerpunkt eines Dreieckes liegt immer mit einer Ecke und dem Mittelpunkt gegenüberliegender Seite auf einer Linie - diese nennt sich die "Seitenhalbierende". Der Schnittpunkt aller drei Seitenhalbierenden markiert dann den "Schwerpunkt". Da sich ein Viereck stets als eine Zusammensetzung von zwei Dreiecken betrachten läßt, geht' s an dem quasi genau so - etwas komplizierter wird die Schwerpunkts-ermittlung erst am Fünfeck:

Pentagonal-isom-Fünfklang (konst) komplett.png
Abb. 3 - Für eine bessere / detailiertere Ansicht, bitte anklicken und zoomen!



Ganz strenggenommen ist auch der Farbvierklang dieser drei Beispiele nicht völlig "ausgewogen", da sich die daran beteiligten Farben noch überwiegend in der hellen (additiven) Zone befinden. Durch Addition einer Farbe mit deutlich größerem Abstand zum Kreismittelpunkt, kann dem bereits weitgehend abgeholfen werden, aber der sich daraus ergebende neue Schwerpunkt verlangt dann auch eine entsprechende Verschiebung der gesamten Konstellation. Beachten Sie also bitte, dass der rot markierte Schwerpunkt der mittig abgebildeten Figur NICHT mit dem Kreismittelpunkt zusammenfällt - das indiziert ein farbliches Ungleichgewicht, welches nach Möglichkeit zu vermeiden, bzw. zu beheben ist. Weitaus besser, wenn nicht sogar schon absolut "ausgewogen" (im wahrsten Sinne des Wortes), ist der Farb-fünfklang ganz am Ende dieser drei Beispiele. Dass der Unterschied zum unmittelbar vorangehenden Beispiel nicht mehr allzu groß empfunden wird, liegt an der weitreichenden Fähigkeit des Auges (bzw. des Betrachters), fehlende Kontraste selbst "herzustellen" - das gilt also nicht nur für fehlende Werte im Farbton (Hue), sondern auch für fehlende Werte zwischen Hell und Dunkel. Beides verursacht die wahrnehmbaren Effekte des sogenannten "Simultankontrastes"!

Adolf Hölzel hatte deshalb auch dem an sich "nicht harmonischen" orthogonalen Farbdreiklang (siehe Abb. 1 / Fig. 4) eine besondere Rolle in der Malerei eingeräumt: Wenn ein solcher in ein farblich ausgewogenes Bild gesetzt wird, oder auch nur auf eine farblich neutrale graue Fläche, dann erzeugt das Auge ganz von selbst diejenige Farbe, welche dem Ungleichgewicht noch fehlt. Hölzel unterschied also auch noch zwischen symmetrischen und asymmetrischen Ungleichgewichten, denn mit den asymmetrischen Ungleichgewichten bekommen dann auch die allerbesten Augen so einige Identifizierungs-schwierigkeiten. Mit dem symmetrischen Ungleichgewicht hingegen, kann das Auge noch ganz gut umgehen.





Farbe mit der Waage wiegen

Der besondere Vorteil einer derart erweiterten Farbharmonie-lehre besteht vor allem darin, dass die ersten zwei oder drei Farben noch ganz nach Belieben gewählt werden können, denn den geforderten Ausgleich zur Harmonie schafft man dann leicht mit zwei oder drei weiteren Farben aus sehr zielsicherer Ermittlung oder "Konstruktion". Zwar hat sich eine photorealistische Malerei vor allem an den Vorgaben des Motives zu orientieren, aber nicht derjenige, der das Motiv arrangiert oder zumindest aussucht - man malt ja so oder so nicht den kunterbunt-grauen "Müllhaufen", sondern vielmehr das, was man schon mal einen "Augenschmaus" nennen könnte. Aber auch die simple Erkenntnis, dass schon in der Farbgebung gefällige Schwerpunkte gesetzt sein sollten, war bereits vielen, wenn nicht sogar allen Malern lange vor unserer Zeit bekannt - wird also nicht erst seit Erfindung der (Farb-) Fotographie befolgt.

Die Ausdrücke "Schwerpunkt" und "Gleichgewicht" im Reigen der Farben, sind schon fast das ganze Geheimnis der Farbharmonielehre. Für alles weitere muß man nur noch wissen, wie sich der gemeinsame Schwerpunkt mehrerer in der Kreisebene verteilter "Gewichte" ermittelt. Für Dreieck und Rhombus ist das vielleicht noch ohne weiteres zu schaffen, aber für die fünf Gewichte eines Farbfünklangs schon erheblich "schwieriger". Es sei denn, natürlich, man hat schon die ganz simplen Hebelgesetze so gut begriffen, dass man jedes "Mobile" zu konstruieren weiß, also auch ein solches mit 5 oder sieben Gewichten: Mit einem vierfach längeren Hebel kann ein einfaches Gewicht gleich viermal-soviele Gewichte ganz allein aufwiegen. Das ist das ganze Geheimnis, denn auf der Palette haben alle Farben ("Orte") dasselbe Gewicht. Verschiedene Gewichte gibt es im Farbkreis nicht, da dort ja alle Anteile einer möglichen Graumischung fein-säuberlich auseinander-dividiert sind. Erst wenn Mischergebnisse der additiven UND subtraktiven Farbmischung zusammengeworfen werden, entstehen noch die "Leichtgewichte" (Grautöne), aber im Farbkreis sind die ja noch nicht zu finden und brauchen deshalb auch noch nicht berücksichtigt zu werden. Lediglich vorzumerken ist, dass erst die Grautöne, beziehungsweise die "unreinen Farben" in Gegenüberstellung zu den reinen Farben des Farbkreises den "Zauber" ausmachen, der dann Kunst heißt. Nach den besonders gefälligen Farbkombinationen können Sie im Farbkreis deshalb auch ganz besonders lange suchen, denn die sind da schlichtweg nicht drin!

Im Farbkreis finden Sie quasi nur einfache Mischungen der sechs "Grundfarben" (alle Sekundärfarben) - auch heller oder dunkler - aber genau das ist der "Kitsch" und leider sehr leicht mit dem "Augenschmaus" zu verwechseln! Die wirklich interessanten, tertiären Farben ergeben sich erst aus der Mischung der sekundär-hellen Farben mit den sekundär-dunklen Farben, denn weder in der additiven noch in der (absolut) subtraktiven Farbmischung fänden Sie je auch nur eine Nuance "Grau". Das ist dann auch der Punkt, welchen viele Internet-pseudo-farbharmonie-lehrer entweder selbst nicht begriffen haben oder auch aus irgendwelchen sonstigen Gründen einfach unterschlagen. Aus Rot, Grün und Blau kann man eben NICHT auch ein "Grau" ermischen - auch nicht aus Cyan, Magenta und Gelb. Stattdessen kann man aber die Resultate der additiven mit der subtraktiven Farbmischung durcheinander werfen, denn das gibt dann tatsächlich Grau, und erst das ist eine (neutrale) Tertiärfarbe!

Insofern ist es auch nur ein besonders dummes Dilettanten-märchen, dass die Farbmischung der Pigmentmalerei eine rein subtraktive Farbmischung sei. Wäre sie tatsächlich bloß subtraktiv, könnte Schwarz auch aus den sekundären Farben ermischt werden - das hat nur noch nicht auch nur irgendjemand geschafft. Rot mit Cölinblau (Cyan) vermischt, wird zu Grau, weil sich da additive und subtraktive Farbmischung überlagern, und auch Braun ist nur deshalb zu den Tertiärfarben gerechnet, weil hier der additiven Farbmischung (Rot + Gelb) eine Abdunklung nachgeschaltet ist. Erst so wird ein Schuh daraus - Braun ist "Dunkel-orange" und Grau ist "Dunkel-weiss", also immernoch die Überlagerung additiver mit subtraktiver Farbmischung! Der Ausdruck "Dunkel-weiss" ist in etwa so intelligent gewählt wie "Dunkel-hell", macht aber umso deutlicher, dass Grau nicht allein aus subtraktiver oder allein aus additiver Farbmischung hervorgehen kann - es ist ein "Produkt" aus beidem! Grau ist das Resultat aus der Kompensation einer additiven Farbmischung durch die subtraktive Farbmischung - oder umgekehrt. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "Zwielicht" - ebenso "GRAU-sam" wie die Verzweiflung - also die lähmende Unentschiedenheit im Moment des "weder noch" oder des Widerwillens.

Gut - das Grau hätte man jetzt nicht so "schwarz malen" müssen. Gerade Grau kann im Gesamt mit allen anderen Farben eine sehr gute Wahl sein - ich wollte ja auch nur mal klar machen, dass vor allem Küppers mit seiner Auffassung vom Grau voll daneben liegt. Es ergibt sich weder aus additiver noch aus subtraktiver Farbmischung, sondern nur aus der Kombination von beidem, bzw. aus dem "dazwischen"!


Abbildung 4 erinnert Sie noch einmal etwas genauer daran, wie man die Schwerpunkte mehrerer in der Ebene verteilter (gleichschwerer) Gewichte ermittelt:


Schwerpunkts-ermittlung 01.png
Abb. 4 - Für eine bessere / detailiertere Ansicht, bitte anklicken und zoomen!


- Kleinbuchstaben bezeichnen "Hebel" bzw. Strecken (Abstände zw. Gewicht u. Nebenschwerpunkte)
- Rote Ringe mit zentralem Punkt markieren "Gewichte"
- Rote Punkte markieren Haupt- oder Nebenschwerpunkte - je größer, desto "haupt" - je kleiner, desto "neben"!
- Hsp. steht für "Hauptschwerpunkt - betrifft aber nur die letzte der drei Zeichnungen.

Der gemeinsame Schwerpunkt fünf gleicher Gewichte (sekundäre Farben) kann hierfür wie der gemeinsame Gleichgewichtspunkt von 3 + 2 oder 4 + 1 Gewichten aufgefaßt werden. In hiesigem Beispiel habe ich den Schwerpunkt der fünf Gewichte wie für 3 + 2 Gewichte ermittelt, aber egal wie Sie's anstellen, kommt dabei natürlich immer die selbe Schwerpunktposition heraus - jedenfalls, wenn Sie weder im einen noch im anderen Fall einen Denk- oder Rechenfehler reinbringen. Die Hebellängen verhalten sich zueinander immer umgekehrt wie die Anzahl der Gewichte - wenn es 3 zu 2 Gewichte sind, dann müssen sich die Hebel-längen wie 2 zu 3 verhalten. Wählten Sie stattdessen die Verteilung 4 + 1 Gewichte, dann hätten sich die Hebel wie 1 zu 4 gegenüberzuliegen.

Gleich oder ähnlich verhält es sich beim Sechseck (sechs Gewichte) - auch hier können Sie die sechs Gewichte wie die Ermittlung von 2 x 3 oder 3 x 2 Nebenschwerpunkten handhaben. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sich die beiden Dreiecke (oder die drei Paare) komplett überlagern oder sehr weit voneinander entfernt sind: Der Schwerpunkt liegt dann zwar ganz wo anders, aber das Schwerpunkt-ermittlungsverfahren bleibt in jedem Fall dasselbe, und deshalb funktioniert es nötigenfalls auch für 7, 8 oder 9 gleiche Gewichte.

Und der Sinn des Ganzen: Eben diese Hauptschwerpunkte müssen immer mit dem Kreismittelpunkt des Farbkreises in eins fallen, wenn die Gewichte Farben sind und miteinander harmonieren sollen. Zugleich sollten dabei ebensoviele Farben aus dem additiven wie dem subtraktiven Mischbereich gewählt sein. Alles übrige zur allerschönsten Farbzusammenstellung ergibt sich dann aus gewissen Abmischungen mit Grau, aber das erläutere ich erst näher im nächsten Thread.







In Sachen Küppers gegen Itten

Harald Küppers wurde erst im Jahre 1928 geboren, also 40 Jahre nach Itten (*1888) und 75 Jahre nach Adolf Hölzel (*1853), welcher seine ganze Farbtheorie hauptsächlich auf den Erkenntnissen Goethes, Newtons und aus eigenen Experimenten gründete. Küppers wäre heute erst 85 Jahre alt (ob er noch lebt ist mir leider nicht bekannt, aber eine gleichnamige Website ist noch auf ihn angemeldet - siehe den Link am Ende des vorigen Beitrages > "Impressum").

Küppers erklärte sich mit einigen Aspekten dieser althergebrachten Farbtheorie nicht ganz einverstanden, denn zum einen widerspräche die Farbanordnung im Kreis schon der bloßen Tatsache, dass die zugrundeliegenden Wellenlängen der Spektralfarben in einem Band, also Linear angeordent sind, und zum anderen, ließen sich die angeblichen "Sekundärfarben" gar nicht wirklich aus jenen Farben ermischen, die da als "Primär-" oder gar als Grundfarben angegeben waren. Er fand, man gelange bestenfalls zu einem schmutzigen Olivgrün, wenn man Ittens Gelb und Blau miteinander mische, und wo Ittens Sekundär-blau mit dem Sekundär-rot gemischt werde, da erhielte man nicht etwa das schöne Violett aus Ittens Farbkreis, sondern ein ganz besonders hässliches, leber-farbenes Etwas.

Anstelle von Rot, Grün und Blau müßten eher die Farben Cyan, Magenta und Yellow diese sogenannten "Grundfarben" sein, denn aus diesen setzen sich die drei anderen zusammen, während Magenta oder Gelb eben keineswegs aus Rot, Grün und / oder Blau ermischt werden könnten. Insgesamt verwarf er dann sowohl Ittens, wie auch Hölzels und Goethes Farbtheorie als eine besonders "unwissenschaftliche" Farbtheorie, denn die moderne Naturwissenschaft hätte die überkommenen Ansichten der vorigen zwei Jahrhunderte ja schon längst widerlegt - zumindest in den wesentlichen Teilen.


________________Hähhh ???

Ich meine, dazu kann man nur sagen, dass Harald Küppers allerhöchstwahrscheinlich nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte, denn trotz naturwissenschaftlichem "Farbspektralband" entwarf er dann bald selbst einen Farbkreis, und später sogar noch einen Farb-rhomboeder, der seiner eigenen Argumentation wider Ittens kreisförmigen Farbstern gleich doppelt widersprach. Darüberhinaus hat er ganz vergessen, dass sich vor allem die Ergebnisse der additiven Farbmischung naturwissenschaftlich bestätigte, und dass schon Sir Isaak Newton ein Naturwissenschaftler war. Sogesehen ist vielmehr seine eigene Theorie sehr "unwissenschaftlich", denn seine ersten Mißerfolge beim Mischen von "Ittens Blau" mit "Ittens Gelb" ereigneten sich nur im subtraktiven Farbraum, und außerdem waren diese farblichen Vorbilder lediglich einer gedruckten Buchausgabe zu Ittens Farbenlehre entnommen, also nicht wirklich "Ittens Blau" und "Ittens Gelb", sondern das Gelb und Blau einer alten Buchdruckerei. Küppers hat ja sogar selbst recherchiert und festgestellt, dass die im Buch abgebildeten Mischresultate nicht aus den gedruckten Sekundärfarben ermischt waren, sondern als "Schmuckfarben", also mit zwei oder drei zusätzlichen Sonderfarben gedruckt worden sind, doch ganz offenbar hat ihn da auch schon der zweite oder dritte "Aussetzer" überfallen.

Also da muß man sich schon fragen, wann Harald Küppers überhaupt mal ganz wach geworden ist, denn unwissenschaftlich ist vor allem, so zu tun, als müsse die additive Farbmischung ganz konsequent ausgeblendet werden - derjenige Farbraum, in welchem sich Magenta, Cyan und Yellow sehr wohl aus Ittens drei Grundfarben ermischen lassen. Naturwissenschaftlich ermittelt und bestätigt ist, dass die Erregungsmaxima der Rezeptoren menschlicher Augen nur durch Belichtung mit Rot, Blau und Grün erreicht werden können, also genau das auch wirklich die drei "Grundfarben" sind.

Sowohl Itten, wie auch Hölzel und Goethe wußten schon sehr gut selbst, dass die idealen (reinen) Farben ihrer Farbkreise nicht gut über Pigmentfarbmischungen erzielt werden konnten, denn auch nur deshalb experimentierten sie ja mit Vorliebe mit speziellen Farbgläsern (bunte Glasscheiben), deren Farben in fast allen Fällen noch um einiges "sauberer" waren, und welche nicht wie Pigmente ineinandergeschüttet und durcheinandergebracht werden mußten. Der verschmutzende Nebeneffekt beim Mischen mit Pigmentfarben resultiert nämlich nicht nur aus gewissen Restanteilen nicht ganz perfekt gereinigter oder "verschnittener" Pigmente, sondern auch aus speziellen Effekten der Lichtbeugung an kleinsten Farbpartikeln und deren winzigen Zwischenräumen, aber für diese Problematik war Küppers wahrscheinlich noch nicht ganz "naturwissenschaftlich" genug. Außerdem gibt es ja sehr wohl einige Pigmentfarben, deren Mischung ein ganz astreines Grün ergeben - zum Beispiel Phtalocyanin (-blau) in Mischung mit dem giftigen Bariumchromat (-gelb) oder mit dem weniger giftigen Vanadium-gelb - mit diesen erreicht man auch ein geradezu brilliantes Grün! Da hat sich der Harry also nur mal ein bisschen dumm angestellt, beim Mischen.

Letztlich bleibt es also dabei: Die Farbtheorie der drei alten Männer Goethe, Newton und Hölzel stimmte schon so ziemlich "ganz haargenau", und Küppers war vorrangig oder sogar NUR daran gelegen, sich selbst mitsamt seinem großen Firmenunternehmen (Wittemann & Küppers GmbH & Co. KG) möglichst auffallend zu profilieren. Das heißt, die schlimme Verblendung gegenüber den ganz nackten oder nüchternen Tatsachen ist nicht bei Hölzel oder Itten zu suchen, sondern bei dem Unternehmer, Ingenieur und "Chemigraphen" Harald Küppers. Dem weltreisenden Geschäftsmann, Autor und Dozenten ging es vornehmlich um's Geschäft und dessen Profit, und eben das ist eine ganz besonders starke "Voreingenommenheit" - nicht etwa die Liebe zur Sache, zur Kunst oder zur Erkenntnis. Falls Küppers also überhaupt irgendwo nicht ganz war, dann bei der "Sache" (nicht).

Mein Tipp daher: Beim Konsumieren gewisser Theorien müssen Sie immer sehr genau darauf achten, ob wirklich ein Interesse am Ding (< denken / dingen / bedenken / bedingen), also an der bloßen Erkenntniss oder bloß ein Interesse am Mammon oder Profit dahinter steht. Dass auch Professoren nicht nur von Luft und Liebe leben, wissen Sie ja vermutlich selbst. Deren unverschämt hohes Professorengehalt finanziert sich aus dem Verkauf und der Puplikation von Neuigkeiten, also muß das Alte ganz regelmäßig denunziert und verleugnet werden! Unter anderem schafft "man" das mit (neuen / neu-erfundenen) Nominal-definitionen, aber aus genau diesem Unfug resultieren dann auch schnell die allergrößten Widersprüche im Aussagetext. An anderer Stelle habe ich es ja schon mal erwähnt:

Für die Atomkraft-lobbyisten ist sogar das Unspaltbare spaltbar, und zwar "bewiesenermaßen" - da ist also sogar schon der "Beweis" falsch definiert, denn Widersprüche sind schon mal ganz grundsätzlich nicht zu verifizieren. Für Küppers - recht analog - sind sogar Schwarz und Weiß als "Farben" zu werten, was rein etymologisch betrachtet nur zu nominalen Widersprüchen für kann, denn was nicht "wirbt" (< Verb / Werbung), das "färbt" auch nicht. Küppers hat's also ganz bestimmt NICHT begriffen, und zwar nicht nur in Teilen nicht, sondern überhaupt gar-nicht.

Eine besonders große Anzahl an Sinti (und Roma), welche einen Kulturraum nicht nur zu überschwemmen droht, sondern tatsächlich überschwemmt oder überflutet - mit "Ausländern" ebenso wie mit ganz neuen Sitten, fremdem Gedankengut und Vokabular - nannte man im alten Persien und / oder Ägypten eine "Sintflut"! Ich erwähne das nur für den Fall, dass Sie sich schon mal darüber wunderten, weshalb sich Naturwissenschaftler immer dann ganz besonders dumm anstellen, wenn es um dieses "Thema" geht, nämlich um die Überlieferung von Erfahrung alias "Empirie" alias Bibel. Mit laufender Erneuerung von "Nominaldefinitionen" geht das halt nicht, denn mit ihr verändert man auch den vermeintlichen "Inhalt" einer Überlieferung - insbesondere die "(Be-)Deutung", also die Wahrheit oder Wahrung solcher Erfahrenheit. In der Differenz zwischen vermeintlich "überkommener" und Küppers neuer Farbenlehre, zeichnet sich das schon längst ur-alte Problem nur noch mal an einem deutlich jüngeren Beispiel ab. "Überkommen" und althergebracht ist also vielmehr die hochbezahlte Klugscheißerei, der redaktionelle Betrug und manches Menschen unverbesserliche Habgier und Egozentrik, denn genau davon sang schon Moses altes Lied "Genesis": Der eine Sohn geriet genügsam, und der andere geriet ebenso verstimmt wie habgierig, also schlug der Mißratene den Genügsamen einfach mal tot. Alles was den Mörder so dermaßen verstimmt hat, war seine falsche Deutung der Zeichen. Und was war das Zeichen?

Das Zeichen war Rauch über dem Brand-altar, der nicht vernünftig zum Himmel aufsteigen wollte, denn das KÖNNTE ja bedeuten, dass der Brandstifter nicht besonders beliebt ist - es KÖNNTE bedeuten, dass man ihn nicht ebenfalls in den siebenten Himmel vorrücken lassen wollte. Tatsächlich bedeutet es aber nur, dass ein Rad ab hat, wer tatsächlich so deutet. Deutung, die nicht logisch sondern willkürlich erfolgt, heißt nicht Deutung sondern Definition.




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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » Mi Dez 04, 2013 10:18 pm

Weitere Besonderheiten der (Farb-) Kreisgeometrie

Kreise haben noch die angenehme Eigenschaft, in nicht auch nur irgendeine Richtung auszuarten. Egal, wie Sie einen Kreis drehen oder wenden und mit einem anderen Kreis schneiden, geraten da immer nur die zwei "Ecken" einer besonders sinnfälligen Schnittfigur in den Blick. Der Abstand dieser beiden Ecken hängt dann allein davon ab, wie nahe sich die beiden Kreismittelpunkte stehen.

Auch das möchte ich Ihnen nochmal etwas eindringlicher mit ein paar typischen Schnittfiguren aus der Überschneidung zweier identischer Farbkreise demonstrieren, denn dieses so simple Phänomen läßt sich für die schnelle Ermittlung von Farbharmonien auch leicht in Artweaver nachstellen und dementsprechend nutzen:


Farbrad Doubletten-Farbvierklang Szene101-103.png
Abb. 5 - Für eine bessere / genauere Ansicht bitte anklicken u. zoomen!


Beachten Sie bitte, dass sich die Kreise zwar gegeneinander "verdrehen", wenn sie von verschiedener Seite her überlagert werden, sich aber nicht gegenüber ihrer Ausrichtung im Bild verdrehen. Obwohl also quasi ihre "Nord-süd-ausrichtung" immer dieselbe ist, ergeben sich mit jedem Stellungswechsel ganz verschiedene Mischfarben aus der Überschneidung, die außerdem immer ein absolut komplementäres Farbpaar und ein Farbpaar aus analoger Farbpaltung beinhalten. Zudem steht das Paar aus analoger Farbspaltung stets senkrecht zur Achse des komplementären Paares, wodurch auch immer die Verhältnismäßigkeiten des orthogonalen Farbvierklanges angedeutet sind - mal mehr, mal weniger - je nach dem, wie groß der Mittelpunkts-abstand gewählt worden ist. Sie hätten also schon gleich acht oder zwölf harmonierende Farben ausgewählt, wenn Sie die Kreisstellung nur zweimal wechselten. Insofern als schon der erste Farbvierklang völlig ausgewogen ist, spielt es auch keine Rolle mehr, wie deutlich diese Stellung gewechselt wird. Die Stellung nur noch geringfügig zu ändern ist sogar empfehlenswert, weil die Austellung eines bestimmten farblichen Kontrastes ja schon erledigt ist. Zu starke Stellungswechsel würden schließlich nur noch zu Farbpaletten führen, in welchen wieder so gut wie alle Farben eingesammelt und beisammen sind, aber das Ziel ist ja nicht, die Palette mit dem größtmöglichen Farbreichtum auszustatten, sondern "Akzente" zu setzen, also vor dem Hintergrund der Gesamtauswahl eine eher (sehr) kleine Auswahl zu treffen. Folglich sollte ein wiederholter Stellungswechsel der Farbringe nur noch der Beschaffung einiger weiterer "Nuancen" in schon bestehender Auswahl dienen, also auch nicht allzu weit ausholen.

Betrachteten Sie sich lieber noch etwas genauer, wie die Überlagerung zweier analoger Farbaufspaltung zu einem vollwertigen Gegenspieler des zugleich indizierten komplementären Farbpaares avanciert:

Farbrad Doubletten-Vierklang Szene103-Ausschnitt.png
Abb. 6 - Für eine bessere / genauere Ansicht bitte anklicken u. zoomen!


Die Überlagerung dieser zwei Farbpaare aus einer analogen Aufspaltung ergibt selbst wieder ein komplemtäres Paar, welches das "echte" Komplementär-paar beinahe perfekt ergänzt. Lediglich Helligkeit und Sättigung liegen bei diesem neu-erschaffenen Paar etwas anders: Die Helligkeit ist höher, aber die Sättigung geringer - jedenfalls vor diesem schwarzen Hintergrund, der ja ebenfalls noch etwas mit "durchscheint".


Zur wirklich "geschmackvollen" Ausarbeitung dieser zwei oder drei Farb-vier-klänge, fehlte dann nur noch die "regelrechte" Aufhellung und Abdunkelung und eine Entsättigung - aber dazu komme ich sogleich. Es ist jedenfalls schon hier zu berücksichtigen, dass die "bis dato" ermittelten Farben noch um mindestens drei Varianten ergänzt werden müssen, also in der Anzahl ohnehin noch erheblich zunehmen.





Die besondere Rolle der "unbunten" Farben ("Nicht-farben") Schwarz, Weiss und Grau

Neben den möglichen Farbkontrasten aus orthogonaler Vier-farben-auswahl, ist der Farbkontrast "Clair-obscure" (Hell-dunkel) der allerwirksamste und wichtigste Kontrast - noch viel wichtiger, als der "Bunt-" oder "Kreiswinkel-kontrast" (= die Differenz zw. den Farben des Farbringes - gemessen in Alt-graden und mit einem Maximum von 180°; Artweaver rechnet unter anderem auch im Farbraum HSL, der den Farbwert "Hue" bis 360° hochzählt, mit genau >0°< für Goethes oder Schopenhauers einstigem "Hochrot", welches diesenzufolge immer ganz oben angebracht sein müsse - egal ob im Dreieck, Sechseck oder Kreis. Der Hex-wert genau diesen Rotes lautet FF0000 - in RGB = 1,0,0).

Ohne die Einbindnung dieses soeben im erweiterten Farbkreis vorgestellten Hell-dunkel-gefälles in die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten des bloßen Farbringes (!) wären wir noch nichtmal nur so weit gekommen, wie wir gerade sind. Wir hätten bloß ein ganz ausgesprochen langweiliges, spannungsarmes oder kitschiges Buntfarben-ensemble geschaffen, dem sowohl der Helligkeitskontrast wie auch der Sättigungskontrast abginge.

Was jetzt noch fehlt, ist also genau jene "Abmischung", welche das Auge zwar kennt, die aber leider nicht mehr Teil des Farbkreises ist, also farbiges und nicht-farbiges Grau. Schwarz und Weiss zu je gleichen Teilen dürfen den bis hierhin ermittelten Farbkombinationen immer auch noch nachträglich "untergeschoben" werden, da sie das Gleichgewicht dieserart nicht mehr beeinträchtigen, also auch nicht mehr die Harmonie stören können. Die Grauanteile, jedoch, können das bis dahin eingehaltene Gleichgewicht noch ganz empfindlich stören, denn dasselbe liegt ja nicht einfach genau zwischen Schwarz und Weiß, sondern NUR auf Weiss! Unser Angel- und "Wägepunkt" der Gewichtskonstellation ist das maximal-helle Zentrum des Farbkreises, und die ganze bisherige Aufgliederung dieses weissen Lichtes, bekommt man ja nicht dadurch in ein noch besseres Gleichgewicht, indem man die Maxima Schwarz und Weiss wieder ganz "global" rauskürzt, indem man irgendein Grau darüberlegt.

Nachdem nun im sogenannten "Farbraum" bereits zwei Dimensionen schon voll erschlossen sind, kann alles Fehlende nur noch in der dritten Raumdimension liegen, also über oder unter dem Farbrad - quasi auf der "Z-achse" und wie in einem Zylinder. Diese imaginäre Projektion aller Farben in den Raum genügt allerdings schon im Rahmen der bloßen Theorie, denn es ändert sich auch dort nichts mehr am "Prinzip" der einfachen Hebelwirkung. Das heißt, die Farbverteilung ist dort nur noch dieselbe wie auf der "Hauptebene" - lediglich mehr oder weniger gesättigt. Die Sättigung aller bislang ermittelten Farben liegt noch bei genau 100% und genau nur das muß jetzt noch geändert werden, und zwar so, dass auch in diesem Farbaspekt ein möglichst starkes Gefälle entsteht, was letztlich auf die Regel hinausläuft, dass ein neutrales Grau so gut wie niemals fehlen darf. Da mehr als 100% Sättigung nicht mehr geht, ist der Weg nur noch nach unten offen, also in Richtung "0%", und das ist Grau. Nur noch eine Frage ist dann offen: Wie hell?

In dieser Fragestellung geht es nur nocheinmal darum, ein möglichst weit gespreiztes Gleichgewicht aufzuspannen - diesenfalls das Gleichgewicht zwischen "total finster" (Schwarz) und "total hell" (Weiss). In dieser Beziehung hat sich das Grau also ebenso einzufügen, wie schon alle bisherigen Farben, und somit hängt die Helligkeit des neutralen Grautones nur davon ab, wie hell oder dunkel die bereits versammelten Farben sind. Wären diese insgesamt überdurchschnittlich hell, dann müßte das Grau genau diese Differenz wieder aufwiegen, also überdurchschnittlich dunkel sein. Angesichts der Tatsache, dass dem bisherigen Ensemble durchaus auch mehrere Grautöne beigesellt werden können - die Helligkeitsdifferenz braucht dann nicht von einem einzigen Grau alleine aufgewogen werden - beginnt die Sache aber schon so dermaßen "kompliziert" zu werden, dass man sich mit dieser Problemstellung eigentlich schon mitten im Malen befindet.

Das heißt, die absolute Vervollständigung aller bis dahin ermittelten Farben, ist eigentlich nicht mehr im Vorfeld des Malens zu erledigen, sondern erst WÄHREND des Malens, denn so ganz streng nach "Konstruktion" geht es ja dann doch nicht. Ab hier dürfen Sie dann tatsächlich jenes Gefühl frei walten lassen, nach welchem schon ganz am Anfang gefragt war, denn eine gewisse Absicherung gegen das allerschlimmste Versagen ist ja bereits geschaffen. Und bedenken Sie auch noch eines: In digitaler Malerei können Sie auch nach dem Malen immer noch ganz erheblichen Einfluß auf Sättigung, Helligkeit, Kontrast und sogar den Farbton nehmen, und zwar voneinander ganz und gar getrennt (unabhängig). Etwas zu "verpatzen" ist da also schon sehr viel unwahrscheinlicher als in "realer" Malerei".





Kreisrunde System-farbwahl-palette ("Spektrum")

Zuguterletzt möchte ich Ihnen nur noch ein entsprechend konzipiertes "Spektrum", also die kreisrunde Form der System-farbwahl-palette vorstellen und dann gemeinsam mit allem schon besprochenen "Zubehör" zum Download anbieten. Da ein rundes Spektrum nicht mehr so ohne Weiteres mit dem Farbeimer in eine Kalyptra verwandelt werden kann (behindert durch indiskrete Farbübergänge und Antialiasing an Kreisrändern) pack' ich eine bereits vorbereitete Kalyptra gleich mit hinzu, und das natürlich ebenfalls wieder in verschiedenen Grössen (und Ausführungen).

Die beiden nachstehenden Abbildungen (Abb.7 / Abb.8) zeigen Ihnen erstmal, wie dieses Spektrum aussieht und was sonst noch so mit in dem Download-paket ist:

BBSecretLove_FarbradSpektrumDemo.png
Abb. 7 - Für eine bessere / genauere Ansicht bitte anklicken u. zoomen!


Für Überblendungen mit den Bildfarben oder einem zweiten Spektrum ist das Spektrum hier schon dupliziert, allerdings auch schon mit verringerter Deckkraft (70% bzw. 35%) abgebildet. Ihre Größe beträgt hier genau 510 x 510 px (Bildabmessung = 1550 x 1144 px). Weitere, mitausgelieferte Größen sind 990 x 990 px, 745 x 745 px, 415 x 415 px und 300 x 300 px. Dem Visier ist diesenfalls noch ein weiteres "Okular" (Auge) und ein weißes, leicht abgeblendetes "Augenlied" eingebaut - beides ermöglicht, die in Augenschein genommenen Bildfarben auch gleich noch mit Schwarz oder Weiss abzublenden. Ein paar Visiere alternativer "Bauart" werden sogar separat mitgeliefert - so kann sich der Anwender bei Bedarf auch Visiere einsetzen, die seine Sicht nicht ganz so stark verstellen oder im Gegenteil - nebst Schwarz UND Weiss auch noch Abblendungen mit Grau erlauben (Grau-okular; neutrales Grau der Helligkeit 50%), usw. ...

Anders als bei der quadratischen System-farbwahl-palette (Deckkraft = 100% / 66% / 33% = Alpha = 255 / 170 / 85) beträgt hier die Deckkraft (von Aussen nach Innen:) 100%, 75% und 50% (Alpha = 255 / 191 / 128) - das gestattet bessere Vergleichswerte bei der Überblendung eines inneren Ringes mit einem äußeren Ring. Außerdem gestatten die zwei schmalen, volltransparenten Zwischenringe (ich meine die "Lücken") immer auch ein Abgreifen der Farben des dahinterstehenden Ringes, was ebenfalls eine weitere Erleichterung beim Zusammenstellen harmonierender Alternativ-farbtöne darstellt. Schauen Sie also ruhig nochmal etwas genauer hin: Die Schnittfigur offeriert nicht etwa nur 9 (semi-komplementäre) Farbzonen, sondern nochmals 12 zusätzliche Farbzonen in den Ring-zwischenräumen, und zwar wiederum im farblich verwandten (semi-kompl.), also in einem sehr gut harmonierenden Farbbereich.

Das an diesem Farbrad wirklich ganz besondere ist jedoch seine partiell umverteilte Grundfärbung: Die ansonsten sehr schmalen, strahlenartigen Farbzonen Gelb, Cyan und Magenta sind auf diesem Spektrum etwas gespreizt / aufgefächert worden, sodaß leichter auf die andernfalls sehr eng beieinander liegenden Zwischen-töne wie etwa ein mehr oder weniger rötliches Orange oder ein mehr oder weniger bläuliches Türkis zugegriffen werden kann. Doch keine Sorge - ob trotzdem noch alle 360 Farben präsent sind, hab' ich sehr gewissenhaft mit der Pipette überprüft. Es fehlt nicht auch nur irgendeine Farbe - lediglich die Auffächerung über den Primärfarben ist dabei etwas zusammengerückt, doch künstlerisch-subjektiv betrachtet, erscheint eher diese überreichlich, denn stets über fast ein koplettes Sechstel des ganzen Kreises hinweg greift man in das immergleiche Rot, Blau oder Grün. Vor allem im Grünen Sektor scheint das standartisierte Farbangebot überaus redundant - jedenfalls findet das Auge beinahe über ganze 30° hinweg keinen merklichen Unterschied, aber kaum Alternativen zu einem "Mittelorange" oder "Lila". Eben das ist auf hiesigem Farbrad schon deutlich "verbessert" worden und kann rein malerischen Zwecken nur zugute kommen.


Inhalt des Downloads / Zip-ordners (Hier nur die Version in Größe 745 x 745 px abgebildet)

Farbradsatz-Sch-0307 und Visiere (Demo).png
Abb. 8 - Für eine bessere / genauere Ansicht bitte anklicken u. zoomen!



Oben sehen Sie "Spektrum & Kalyptra" und darunter befinden sich noch "Umbra & Luna" (Schatten und Mond), mit deren Hilfe Sie gewisse Bildfarben bei Bedarf auch in abgedunkelter oder aufgehellter Abmischung betrachten können. Eigentlich sind diese ja für eine kombinierte Anwendung mit dem Spektrum und / oder der Kalyptra gedacht, aber das wird Ihnen zu Anfangs wahrscheinlich noch etwas zu umständlich / kompliziert erscheinen, da jedes zusätzliche Rad natürlich auch auf einer eigenen Ebene (über dem Bildhintergrund) liegen muß.

Im Gegensatz zur Abbildung sind die zusätzlichen (alternativen) Visiere nicht mit auf dem Dokument für die Farbrad-sätze montiert, sondern auf einem separaten Dokument versammelt. Die verschiedenen Visiere gibt es momentan außerdem nur in der Größe für das Farbrad in Originalgröße (990 x 990 px - die Farbräder der Abb. sind nur 745 x 745 px groß!). Für die kleineren Farbräder müßten die alternativen Visiere also erst im großen Farbrad "installiert" werden, welches dann zusammen mit dem neuen Visier verkleinert werden müßte, wenn sie genau passen sollen. Jedes Dokument besteht aus einer Hintergrundebene mit Passkreuzen (und meinem Logo) und einer darüberliegenden transparenten Ebene, welche die Farbräder, bzw. die alternativen Visiere (Okulare) trägt. Ich kann sie deshalb nicht mehr im PNG-format anbieten, weil das keine Ebenen unterstützt - stattdessen lade ich sie einmal im AWD- und ein weiters mal im PDN-format hoch (d. i. Artweaver document / PaintDotNet). Die Zusammenfassung aller vier Farbbräder auf einem gemeinsamen Dokument erlaubt eine schnellere Importierung in das Malprogramm, wenn nebst Spektrum auch noch eines der anderen Farbräder mit-importiert werden sollte. Bedenken Sie auch, dass Sie in Artweaver immer auch die "zuletzt geöffneten Dokumente" sehr unkompliziert über die gleichnamige Importfunktion aufrufen können. Wenn Sie regelmäßiger mit diesen Farbrädern arbeiten, brauchen Sie also auch nicht immer den Dateibrowser bemühen - ein Blick und Klick in die Liste der 12 oder 15 (od. 20) zuletzt geöffneten Dokumente genügt dann vollauf.

Das Artweaver-dokument-format hat halt leider den Nachteil, dass seine Vorschauen (Thumbs) nur mit dem XnView-bildbetrachter gesehen werden können (spezif. Plug-in vorausgesetzt), aber wenn Sie zufälligerweise auch den Bildbearbeiter Paint.Net (PaintDotNet) installiert haben und das PDN-format downloaden, können Sie die Vorschauen wie gewohnt auch im Win7-browser sehen.


Download erscheint umgehend und steht dann im nächsten Thread!






Grüße, Artgenossa
Zuletzt geändert von Artgenossa am Sa Mär 08, 2014 6:51 pm, insgesamt 8-mal geändert.

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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » So Dez 08, 2013 4:51 am

Der erste Zip-ordner enthält alle Dateien nur im Awd-format, und im nachfolgenden Zip-O sind dieselben Dateien (nur) im Pdn-format enthalten.



FarbradSatz-Sch-0307 Gr300-990 AWD.zip
"Spektrum & Kalyptra" (Kreisform) in fünf versch. Größen und einige alternative "Visiere"
(2.38 MiB) 492-mal heruntergeladen




FarbradSatz-Sch-0307 Gr300-990 PDN.zip
"Spektrum & Kalyptra" (Kreisform) in fünf versch. Größen und einige alternative "Visiere"
(1.74 MiB) 489-mal heruntergeladen




Wenn Sie nach dem Download und einer genaueren Betrachtung des Inhaltes für sich entscheiden, dass die Hintergrundebene nicht notwendig ist (in Ihrem Sinne keinerlei besondere Hilfe darstellt), dann können Sie diese freilich auch löschen und das Dokument in das PNG- oder BMP-format konvertieren: Einfach in AW aufrufen, mit der Option "Speichern unter" neu abspeichern und dabei das gewünschte Format auswählen. Für die Qualität der Farbräder oder ihre Verwendbarkeit in AW spielt das keine Rolle - Sie könnten die Dateien dann aber in einem gewöhnlich Windows-dateibrowser mit Miniaturansichten sehen. Das wäre der einzig nennenswerte Vorteil. Hätten Sie aber ohnehin den Bildbearbeiter Paint.Net installiert, dann könnten Sie die Datein auch im PDN-format belassen und die Hintergrundgrafik beibehalten, denn mit der Installation dieses Programmes, wird auch ganz automatisch der Dateibrowser des Betriebssystemes soweit aufgerüstet, dass er auch für dies die Miniaturansichten anzeigt.




Grüße, Artgenossa - 3OO-GIRO-GON
Zuletzt geändert von Artgenossa am Sa Mär 08, 2014 7:12 pm, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » So Dez 22, 2013 9:27 pm

Hallo

hier habe ich noch eine Abbildung, auf welcher auch die erwähnte, "alternative" Farbfeldverteilung im Quadrat zu sehen ist (rechts oben im Bild). Zum besseren Vergleich ist darauf auch nochmal dasjenige Quadrat zu sehen, dass ich weiter oben schon zum Download angeboten habe:


Die vier Farbtrilogien II.png
Für eine genauere Betrachtung bitte kurz anklicken und ggf. zoomen!



Auf den ersten Blick scheinen die deutlichen Differenzen zwischen diesem oder jenem Quadrat gleich größere Rätsel aufzugeben, aber das "Farbfeld-verteilungsproblem" ergibt sich ganz einfach daraus, dass die Anzahl aller Grundfarben genau Sechs beträgt (R, G, B und C, M, Y), die Anzahl aller Seiten und Ecken eines Quadrates jedoch Acht. Die Verteilung reihum ginge also so oder so nicht auf, und deshalb habe ich mich zuletzt für dasjenige Quadrat entschieden, welches nicht so viel "redundantes" Grün vorhält - das geht nämlich gleich zu Lasten vieler schöner anderer Farben! Einziger Vorteil dieses alternativen Farbquadrates: Man hätte damit eine etwas größere Auswahl in den Violett-tönen, aber Orange und Cyan-töne entfallen dafür fast vollständig.



Grüße, Artgenossa

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Re: Die etwas pompösere Farbauswahl (-palette)

Beitragvon Artgenossa » Fr Jan 02, 2015 10:00 am

Die automatische Farbänderung und Farbauswahl


Artweaver kann ausgewählte Farben während des Malens mehr oder minder stark variieren (lassen), aber auch aus verschiedenen / eigenen Farbverläufen oder aus verschiedenen / eigenen Farbpaletten ganz selbständig auswählen. Die Befehle dafür finden Sie auf der Palette für "erweiterte Pinselfunktionen":

Automatische_Farbänderung_und_Farbauswahl-01.png
Click it!




1. Farbänderung in RGB oder HSL

Hier haben Sie die Möglichkeit, Artweaver innerhalb mehr oder minder eng gesetzter Grenzen, die RGB- oder HSL-Werte ihrer Farbvorauswahl variieren zu lassen. Entsprechend denjenigen Werten, die Sie in den Eingabemasken für "+/-" eintragen, variiert Artweaver die von Ihnen in der Farbauswahl vorgewählte Farbe. Von den insgesamt vier verschiedenen Farbmodulationsmethoden sind diese beiden allerdings die "schwächsten", denn (noch) nicht in der Lage, die Ober- und Untergrenzen der Farbskala zu überschreiten: Falls Sie also ausgerechnet die Farbe "00-00-240" (Blau) vorausgewählt haben, und dann noch alle drei Farbwerte um mehr als +/-30 variieren lassen wollten, dann gerät die Variation ziemlich "assymmetrisch", weil Artweaver von 00 nichts mehr zu subtrahieren, und dem Wert 255 nichts mehr zu addieren versteht. Das heißt, das volle Variationsspektrum (Range) läßt sich hier nur für die Farben aus dem Mittelbereich voll ausschöpfen - für die Farben aus dem unteren oder oberen Ende des Spektrums ist hingegen nicht mehr viel zu erreichen - vor allem nicht der Sprung hinüber ans andere Ende der Skala. 00-00-240 plus 00-00-30 wäre ja quasi 00-00-270, also um 00-00-25 oberhalb höchstmöglichem Blau (00-00-255), beziehungsweise schon wieder im anderen Ende der "Fahnenstange" (Rot 25-00-00) angesiedelt, doch gerade diesen "Umsprung über die Null hinaus" beherrscht AW noch nicht.


2. Farbänderung "Von Farbfelder"

Wenn Sie diese Farbwahl-option getroffen haben, wählt Artweaver die Farben nach dem Zufallsprinzip aus den vielen einzelnen Farbfeldern der aktuell aktiven Farbpalette aus. Das heißt, ihre zuvor ausgewählte Farbe wird unterdessen komplett ignoriert, denn die Farbwahl läuft dann "absolut autark". Einen Einfluß auf die Farbgebung Ihres Pinselstriches haben Sie dann lediglich noch über die Möglichkeit, die ein oder andere Farbpalette vorzuwählen. Je nach dem, wie gut oder umfangreich ihre AW-installation diesbezüglich bestückt ist, stehen Ihnen ganz dementsprechend mehr oder weniger (Kontroll-) Möglichkeiten offen. Allerdings haben Sie in AW ja immer auch noch die Möglichkeit, temporäre Farbpaletten aus dem Farbumfang irgendeines importierten Farbbildes erstellen zu lassen. Ausreichend "Bewegungsspielraum" bietet ihnen AW also auch mit dieser Farbvarationsmethode.


3. Farbänderung "Von Verlauf"


Weitere Erläuterungen dazu folgen demnächst!




Grüße, Artgenossa


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