(Zigaretten-) Rauchmalerei mit AWPlus

Hier können mit Artweaver erstellte Bilder präsentiert werden - Here you can show pictures created with Artweaver.
Benutzeravatar
Artgenossa
Beiträge: 184
Registriert: Fr Apr 06, 2012 9:33 pm
Wohnort: Schwabach (bei Nürnberg i. Bayern)
Kontaktdaten:

(Zigaretten-) Rauchmalerei mit AWPlus

Beitragvon Artgenossa » So Sep 08, 2013 9:08 am

So (!) - da die Entwicklung von Artweaver gerade mal wieder schwer am Vorrücken ist, wird sich in mancherlei Hinsicht der digitalen Bildgenerierung wohl bald auch mal Photoshop eher hinten anstellen müssen. Mein neuestes Artweaver-experiment: Rauch-schwaden - eine der größten und zugleich reizvollsten Herausforderungen an die digitale Malerei und ihre Bildgeneratoren.

Nachstehende Abbildung zeigt einen meiner ersten Gehversuche zu diesem Thema. Für den frühen Anfang nicht schlecht, finde ich, und dabei hab ich mir noch nicht mal besonders Mühe gegeben, den Pinsel bestmöglich zu führen oder eine gute, möglichst natürlich wirkende Komposition hinzukriegen. Lediglich bei dem Bildteil für den Pinsel hab' ich einige Anstrengungen aufgebracht, aber den Rest besorgte die tolle AW Pinselengine (und die bordeigenen Filter, bzw. Blendmethoden):

Rauchbild mit dem Pinsel Eel-55 B4-H85.png
Rauchbild - hergestellt mit dem Pinsel Eel-55 B4-H85 - in Originalgröße hochgeladen (2000 x 2000 px)


Zum erforderlichen "Super-spezial-pinsel" (bzw. Bildteil) der Serie "Eel" äußere ich mich mal, wenn ich noch ein paar mehr dieser Art entworfen habe und auf dem Gebiet schon etwas schlauer geworden bin. Eines kann ich euch aber schon jetzt verraten: Der deutlich dünnere Rauch im Vordergrund ist nicht mehr direkt mit Pinseln zu malen - stattdessen habe ich einfach die Hintergrundebene dupliziert, um 90° verdreht, vergößert, und dann mit stark verringerter Deckkraft wieder mit dem Hintergrund vereint (Blendmethode "normal"). Und freilich - das Rauchbild, respektive der Rauch sieht jetzt noch sehr krakelig aus, aber ich hab ja auch kein Grafiktablet und zum Thema überhaupt noch nicht geübt - außerdem ist wohl aller Rauch noch aus zu großer "Entfernung" betrachtet. Reingezoomt, wirkt die Rauchentwicklung schon etwas realistischer. Etwas zu unruhig oder "verzittert" wirkt die Pinselei aber auch deshalb, weil das zugrundeliegende Bildteil unter anderem mit dem Pinselführungsparameter Erweitert > Winkel > Geschwindigkeit (Abstand 1, 2 od. 3) gezogen werden muß, um überhaupt eine rauchähnliches Bild zu erzeugen. Das heißt, bei nur etwas zu unruhiger Handbewegung, dreht sich das Bildteil zu rasch in die entgegengesetzte Richtung und wieder zurück - eben abhängig von der Zuggeschwindigkeit, also abhänging von einem Parameter, der auch auf dem Tablet nicht leichter zu kontrollieren ist. Wer hat schon von Natur aus ein so sensibles "Tachometer-gefühl" in der Hand"?


Rauchbild Bsp2 mit demselben Pinsel.png
Zweites Beispiel mit demselben Pinsel: "Weniger ist manchmal mehr"


Das Problem besteht ganz offenbar darin, dass realistischer Rauch seine Schwaden oder "Schlieren" nicht nur in der Fläche sondern ebenso auch in die Tiefe des Raumes ausbreitet. Diesen Zusammenhang aller Schwaden in der Z-Achse, kann man leider nicht dadurch simulieren, indem man einfach mehrere Zeichnungen oder Ebenen übereinander legt. Dafür muß man wohl noch andere Tricks anwenden.

Ich hätte da auch schon so eine Idee, aber die könnte nur durch oder mit Boris' Hilfe (!) verwirklicht werden:

Der Pinselführungsparameter "Erweitert > Winkel > Geschwindigkeit" müßte mit dem Parameter "Erweitert > Winkel > Richtung" gekoppelt werden können", und der letztere von beiden müßte auch noch so konfiguriert werden, dass er auf sehr kurzfristige Richtungsänderungen wie etwa "Zitteren", nicht mehr so sensibel reagiert. Dem müßte also so eine Art "höheres Trägheitsmoment" eingebaut werden - ähnlich wie man das von dem Kalligraphiepinsel aus Inkskape kennt. Dieser Pinsel bewegt sich quasi genau so, als ob er auf einem Handkarren mit zwei Rädern fährt und von Hand über eine ziemlich lange Deichsel gezogen werden würde. Da die Hand am anderen Ende der langen Deichsel zieht, übertragen sich ihre Bewegungen quer zur Richtung nicht auf den Pinsel (Karren) - nur Bewegungen in Zugrichtung treiben den Wagen. Der Wagen, bzw. Pinsel fährt somit "wie auf Gleisen" - Lenken oder Kurvenfahrt ist dann zwar noch möglich, aber Verwackeln "impossible"!

Und der Sinn oder Effekt des ganzen: Schwankungen in der Zuggeschwindigkeit des Pinsels könnten dieserart durch eine gewisse Ruhe in der Richtungsänderung kompensiert werden (über eine einfache Mittelwertsrechnung) - das verhinderte eine zu rasche Änderung des Bildteilwinkels, und brächte somit mehr Ruhe in den Lauf des Pinsels. Inwiefern das dann die Generierung von Rauchbildnissen unterstützen können soll, ist kaum noch in Worten darzustellen - jedenfalls nicht ohne eine entsprechende Beispielzeichnung bei der Hand zu haben. Deshalb kommt hier gleich noch ein nächstes Beispiel:


Rauchbild Bsp3 mit Pinsel Eel-46.png
Drittes Beispiel mit Pinsel Eel-46 B4-H87 + Trick 17


Hier habe ich mal versucht, wenigstens halbwegs das zu imitieren, was mit Artweaver realisiert werden könnte, wenn die Pinselführungsparameter "Winkel > Richtung" und "Winkel > Geschwindigkeit" miteinander gekoppelt werden könnten: Man wäre dann leichter dazu in der Lage, einen ganz bestimmten Pinselzug in fast identischer Weise zu wiederholen (frei Hand), wodurch die Überlagerung mehrerer Rauch-tiefe-ebenen zu realistischeren Ergebnissen führen würde. Alternativ dazu ("Trick 17") habe ich jetzt den Rauch auf transparenter Ebene gemalt, die Ebene dupliziert und dann nur noch geringfügig verzerrt (und geringfügig verschoben / vergrößert). Im Vordergrund ist somit fast dasselbe Bild wie im Hintergrund, und dadurch assoziiert der Betrachter einen "räumlichen Zusammenhang" zwischen beiden Ebenen, während er andernfalls sofort bemerkt, dass nur zwei (verschiedene) Ebenen übereinanderkopiert worden sind. Die bessere Methode ist also so was ähnliches wie eine Stereoskopie, setzt aber vorraus, dass man die zweite Zeichnung nochmal fast genauso hinkriegt, wie die erste. Dass sich beide etwas unterscheiden ist aber ebenso wichtig, denn andernfalls wäre im Rauch ja keine Bewegung auszumachen.

Es gibt nun freilich auch noch andere Methoden, eine (duplizierte) Ebene nur geringfügig oder partiell zu verändern, doch in diesem Falle glaube ich, käme man zu noch besseren Ergebnissen, wenn man in der Lage wäre, einen freihand gezogenen Pinselstrich selbst dann fast identisch zu wiederholen, wenn so irre Pinselführungsparameter wie die beiden genannten mit eingebaut worden sind. Derzeit ist das aber schon deshalb nicht machbar, weil man sich für einen von beiden Parametern entscheiden muß - die Auswahlmethode heißt zwar "multible choice", aber man kann da nicht zwei verschiedene Antworten (Befehle) zugleich geben, sondern nur eine (von acht möglichen). Und außerdem reagiert der Parameter "Winkel > Richtung" immernoch so sensibel auf Zitterbewegungen, dass er momentan kaum dazu beitragen könnte, die Sensibilität eines anderen Parameters zu kompensiern (durch Kopplung).

Der andere Teil von "Trick 17" bestand darin, das Bild ganz insgesamt erstmal wieder zu verkleinern, damit relativ gesehen, die größtmöglichen Pinsel (noch) größer sind, und es erst nach der Pinselei wieder zu vergößeren - allerdings nicht mit der programm-eigenen Vergößerung ("lineare Interpolation"), sondern mit einem externen Bildvergößerer. Dieser spezielle Bildvergrößerer ist so dermaßen gut, dass ich hier direkt mal Schleichwerbung für "Smilla Enlarger" machen muß. Smilla Enlarger vergößert nicht nur spielend leicht von etwa 500 x 500 px bis gleich auf 15.000 x 15.000 px (also Faktor 30 x 30 = 900, bzw. 3000%!) in einem Rutsch, sondern leistet dabei auch noch eine ganz unglaublich feinstufige Interpolierung (nach angeblich supergeheimem Interpolations-algorithmus), und gestattet trotz kinderleichter Handhabung noch alle erdenklichen Extrawünsche bezüglich Dither, Rauschunterdrückung oder "Flatness" und Bildverschärfung, etc., et cetera. Außerdem kost' der absolut gar nix - ist eine total kostenlose Vollversion ohne irgendeine Einschränkung in Funktion oder Nutzung. Diesen Bildvergrößer, der sonst absolut nix kann und tut, als nur Bilder zu vergößern, kann ich bloß allerwärmstens empfehlen, weil er mich bislang (nach vollen zwei Jahren und bald einhundert Bildvergößerungen) in noch keinem Vergleich enttäuscht hat. Das Dingens ist wirklich ein super Teil - selbst Profis räumten schon ein, dass den direkten Vergleich mit Photoshop (CS5) in dieser Beziehung Smilla Enlarger gewinnt, und zwar nicht nur ganz knapp, sondern "mit Abstand" und "haushoch". Da braucht man dann wahrscheinlich auch über entsprechende Software von Akvis, BenVista oder Nik Software nicht mehr viel diskutieren - der Smilla Enlarger ist schlichtweg nicht mehr einzuholen, geschweige denn zu übertreffen. Die Website des Genies (Mischa Lusteck):

http://imageenlarger.sourceforge.net/


Nur um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugen: Obiges Bild war oder wäre nicht nur "möglicherweise" mit Artweaver zu realisieren, sondern ist tatsächlich mit Artweaver realisiert worden! Der Konjunktiv "könnte" ( ... realisiert werden) bezieht sich nur auf die noch nicht vorhandene Parameterkopplung - nicht auf Artweaver selbst oder insgesamt. Ergo: Mal abgesehen von der extern besorgten Bildvergrößerung ist auch das letzte der drei Bilder ganz ausschließlich mit Artweaver Plus v4.0.1 erstellt worden. Zoomen Sie ruhig mal tiefer rein in die Bilder - da erkennen Sie zwar noch ein paar unnatürlich wirkende Rippen und Kantenbildungen (Bsp. 1 u. 2), aber auch die sind mit dem Weichzeichen-filter des Malprogramms noch fast vollständig zu beseitigen, und Hand in Hand mit Smilla Enlarger wird's dann endgültig so glatt wie ein nackter Baby-arsch (siehe Bsp. 3).

Und zuguterletzt noch die obligatorische Bildkritik: Was dem hiesigen Rauchbild noch an Abbildungsschärfe fehlt, haben die photoshop-typischen Vektor-rauch-bilder gleich viel zu viel des Guten. Diese Vektorlösungen sehen also auch nicht gerade "realistisch" aus - eher doch ziemlich künstlich. Wirklicher Rauch ist nun mal zum allergrößten Teil unscharf, bzw. "verschwommen", und nur ganz partiell von besonders scharf ausgebildeten Schlieren durchsetzt. Eben die noch mit in das Bild hineinzukriegen, ist dann wohl eher das kleinere Problem. Ein viertes Beispiel dazu, sehen Sie nachstehend:

Rauchbild Bsp4 mit Pinsel Eel-46.png
Viertes Beispiel mit dem Pinsel Yul-50 B4-H85 + Schlieren


Die paar Rauchschlieren "im Vordergrund" habe ich jetzt einfach mithilfe desselben Pinsel auf darüberliegender (transparenter) Ebene dazugemalt, aber noch mit dem Verzerrpinsel so bearbeitet, dass auch etwas schärfere Übergänge entstehen. Durch abwechsechselndes Weichzeichnen und nochmaligem Verzerren verschiedener Partien des Vordegrundes, kriegt man dann auch noch diese härteren Rauchschlieren an die hintergründige Szene angeglichen. Und ich meine nachwievor, dass man dasselbe rein technisch gesehen auch mit Photoshop nicht mehr besser hinkriegt - jedenfalls nicht in derselben kurzen Zeit: Knapp 40 Minuten (wenn man das Pinselbauen nicht mit dazu rechnet) - und wenn ich mich stattdessen einen ganzen Tag nur damit beschäftigen würde, dann würde es auch mit AW noch besser werden. Wenn es einem aber nur um hochgradigen Photorealismus ginge, dann wäre ohnehin der Photoapparat die noch bessere und schnellere Lösung.


Die nächsten Tage befasse ich mich noch eindringlicher mit den dafür nötigen Pinseln, denn allmählich schwant mir schon, wie die (prinzipiell) gestrickt sein müssen, und wenn ich dann ein paar fertig habe und mir sicher bin, daraus die gröbsten (Denk- oder) Fertigungsfehler entfernt zu haben, dann kann ich auch einige davon zum Download anbieten. Wahrscheinlich mache ich dann auch dazu noch ein kleines "Rauchpinsel-tutorial".



Liebe Grüße, Artgenossa

Detiv_12
Beiträge: 3
Registriert: Sa Okt 26, 2013 10:24 pm

Re: (Zigaretten-) Rauchmalerei mit AWPlus

Beitragvon Detiv_12 » Sa Okt 26, 2013 10:29 pm

gefällt mir!;) gut gemacht


Zurück zu „Gallery“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste